Lasst mich durch, ich bin Schmerzmediziner!

Diesen Satz würden Millionen von Schmerzpatienten gerne hören. Die Schmerzmedizin hat sich weltweit zu einer eigenen medizinischen Fachrichtung entwickelt, aber es gibt in Deutschland noch immer keinen Facharzt für Schmerzmedizin. Andere Fachgebiete beanspruchen das Thema Schmerz für sich, weil Patienten dieser Fachgebiete (z.B. Orthopädie, Chirurgie, Neurochirurgie) dort mit Schmerzen vorstellig werden.

Stattdessen können sich die Fachärzte anderer Fachgebiete im Rahmen einer einjährigen Weiterbildung qualifizieren und zu ihrem Fachgebiet (meist Neurologie, Anästhesie oder Innere Medizin) den Zusatz „Schmerzmedizin“ oder „und Schmerztherapie“ führen.

Weil aber die Anzahl der erforderlichen Weiterbildungsplätze in Deutschland viel zu gering ist, gibt es bisher nur rund 1.200 ambulant tätige Schmerztherapeuten. Angesichts von 23 Millionen Menschen, die unter ständigen Schmerzen leiden (davon 3,4 Millionen schwer beeinträchtigt), signalisiert diese Zahl eine deutliche Unterversorgung. Größere Krankenhäuser helfen deshalb in Schmerzambulanzen schmerzgeplagten Patienten.

Chronische Schmerzen sind außerdem ein Betätigungsfeld, zum Teil eine Spielwiese, für Naturheilverfahren. Es gibt wohl kein alternatives Therapieverfahren, das nicht in Anspruch nimmt, chronische Schmerzen beseitigen oder zumindest deutlich lindern zu können. Studien bescheinigen eine Wirkung vor allem bei mäßigen bis mittelschweren Schmerzen, in schwersten Fällen helfen Naturheilverfahren allenfalls ergänzend (eben „komplementär“).

Quellen: Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e. V. (BVSD), Deutsche Schmerzgesellschaft e.V., Apotheken.de

Eure Erfahrungen als Schmerzpatient*in

Wir sind eine Gruppe von Ärzten, Informatikern und Marktforschern, die an einem von der EU geförderten Projekt im Rahmen der Challenge „Pain Management“ vom European Institute of Technology (EIT) zur Verbesserung der Versorgung und Vermeidung von Chronifizierung bei Schmerzpatienten arbeiten.

Wir versuchen aktuell, eine App mit Schmerzpatient*innen für Schmerzpatient*innen zu entwickeln.

Dabei haben wir unsere eigenen Erfahrungen gemacht, wollen jedoch bestätigen, dass diese auch mit denen anderer Schmerzpatient*innen übereinstimmen. Somit haben wir diese kurze Umfrage erstellt.

Um also besser zu verstehen, wie diese App am besten Schmerzpatient*innen helfen würde, brauchen wir Eure Einschätzungen und Erfahrungen. Diese sind für uns von enormem Wert!

Hier ist Euer persönlicher Befragungslink: https://forms.gle/GhU658nXTPXeTF6e8

Solltet Ihr die Befragung unterbrechen müssen, könnt Ihr mit diesem Link jederzeit wieder automatisch an der Stelle weitermachen, an der Ihr aufgehört habt.

Vielen Dank für Eure Zeit und Eure Bereitschaft an dieser Befragung teilzunehmen!

Euer Schmerzblogger Achim

The Circle of Schmerz

Welcher Schmerzpatient kennt es nicht…

Projekt gegen chronischen Schmerz jetzt für alle GKV-Versicherten

Das Modellprojekt der Deutschen Schmerzgesellschaft und der Barmer will die Versorgung der Patienten verbessern. Bundesweit machen 26 Zentren mit.

Im Forschungsprojekt „PAIN2020“ der Deutschen Schmerzgesellschaft und der Barmer können sich Patienten, die seit längerem an Schmerzen leiden, ausführlich untersuchen und beraten lassen. Grundsätzlich steht es allen gesetzlich Versicherten offen, teilt die Deutsche Schmerzgesellschaft mit.

Final aufgenommen werden sollen in das Programm am Ende 4500 Teilnehmer. PAIN2020 wird als Modellprojekt vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert und läuft über vier Jahre. 26 Kliniken, Schmerzzentren und Schmerzambulanzen haben sich mittlerweile angeschlossen.

Dabei soll geklärt werden, ob sich die Versorgungssituation von Patienten verbessern lässt, wenn sie frühzeitig eine interdisziplinäre Diagnostik und entsprechende Therapieempfehlungen erhalten. „Handeln, bevor Schmerzen chronisch werden“, lautet der Grundsatz des Programms. Es gehe um eine frühzeitige Intervention, mit der lange Leidenswege verhindert werden könnten, heißt es in der Mitteilung.

Hausärzte können Patienten, die aus ihrer Sicht für eine Teilnahme an der Studie geeignet sind, an die Sonderhotline unter der Rufnummer 08 00 / 84 84 333 verweisen. Dort werden sie an das nächstgelegene PAIN2020-Zentrum vermittelt. „Wenn Schmerzen anhalten, können sie alle Belange des Lebens beeinträchtigen. Neben dem Dauerschmerz können Depressionen, Angst- und Schlafstörungen sowie Konzentrationsschwierigkeiten auftreten“, sagt Professor Winfried Meißner, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.

„Ein Risiko für eine Chronifizierung von Schmerzen besteht, wenn diese beispielsweise länger als sechs Wochen andauern oder immer wieder zurückkehren, obwohl der Patient in fachspezifischer Behandlung ist“, erklärt Meißner.

Weitere Informationen: pain2020.de/patienteninformationen

Zählen kann Schmerzen lindern

Verschiedene kognitive Strategien darunter auch Rückwärtszählen können das Schmerzempfinden positiv beeinflussen. Dabei werden jeweils unterschiedliche Bereiche im Gehirn angesprochen. Das haben Wissenschaftler der LMU München in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford gezeigt.

Quelle: John Evans, freeimages.com

Für ihre Studie fügte das Forscherteam um Enrico Schulz insgesamt 20 Probanden einen Kälteschmerz zu. Währenddessen sollten die Versuchspersonen zur Schmerzlinderung eine von drei Strategien anwenden: von 1000 in 7er-Schritten rückwärts zählen, sich gedanklich etwas Schönes vorstellen oder sich einreden, dass die Kälte nicht schmerzt. Mithilfe der Magnetresonanztomographie untersuchten die Neurowissenschaftler, wie die verschiedenen Methoden die Hirnaktivität beeinflussen. Die Schmerzintensität und damit die Wirksamkeit der verschiedenen Strategien zur Schmerzlinderung sollten die Probanden anhand einer Schmerzskala von 0 bis 100 einschätzen.

Grundsätzlich reduzieren alle drei Strategien den Schmerz, wie die Wissenschaftler in einer bereits 2019 in der Zeitschrift Cortex veröffentlichten Arbeit berichteten. Rückwärtszählen stellte sich dabei als besonders effektive Strategie heraus. »Offenbar erfordert diese Aufgabe eine so hohe Konzentration, dass der Schmerz in den Hintergrund rückt. Einigen Probanden gelang es sogar, die Schmerzstärke um die Hälfte zu reduzieren«, sagte Schulz. »Eine Probandin hat später berichtet, dass sie die Strategie sogar in der intensiven Phase von Geburtswehen erfolgreich angewandt hat.

Als nächstes wollen die Forscher untersuchen, ob sich ihre Ergebnisse auch auf chronische Schmerzpatienten übertragen lassen.

Hier der Link zum vollständigen Artikel von Michelle Haß, PTA Forum.

Cartoon der Woche

Als Schmerzpatient hat man’s nicht leicht: Versorgungsengpässe nicht nur in der Apotheke, sondern nun auch auf der Straße 🚭😉

Quelle: http://www.thomasplassmann.de

Eine brandneue Karikatur (mit freundlicher Genehmigung) von Thomas Plaßmann.

Chronisch kranke Menschen für Teilnahme an Studie gesucht

Das Buch über chronisch kranke Menschen © Ilka Baral

Eine anonyme Online-Befragung sucht chronisch kranke Teilnehmer. Die Art der Erkrankung ist nebensächlich, es geht vorrangig um die Erfahrungen in Gesellschaft, Sozial- bzw. Gesundheitssystem. Die Befragung benötigt ca. 50 – 60 Minuten Zeit.

Chronisch kranke Menschen haben oft nicht nur die Krankheit selbst zu tragen, sondern auch mit Vorurteilen, Pauschalratschlägen und Unterstellungen zu kämpfen. Nicht selten stellen familiäre, berufliche oder finanzielle Probleme ein zusätzliches Problem dar. Auch ist es nicht immer einfach, an geeignete Hilfe aus dem Sozial- bzw. Gesundheitssystem zu gelangen.

Eine anonyme Onlinebefragung befasst sich nun umfassend mit dieser Thematik und bittet chronisch kranke Menschen um Teilnahme. Die Art oder Schwere der Erkrankung ist nebensächlich, es geht vorrangig um die Erfahrungen in der Gesellschaft sowie dem deutschen Sozial- bzw. Gesundheitssystem. Es sind explizit Betroffene von körperlicher und seelischer Krankheit eingeladen, außerdem auch von z. B. seltenen, nicht sichtbaren oder wenig anerkannten Erkrankungen.

Die Befragung erfolgt vollständig anonym und in deutscher Sprache. Für die Bearbeitung werden ca. 50 – 60 Minuten veranschlagt. Die Teilnehmer müssen volljährig sein.

Die Initiatorin der Befragung, Ilka Baral, ist selbst mehrfach betroffen. Sie arbeitet derzeit als Autorin an einem Buch über chronisch kranke Menschen. Das Buch wird getragen von 24 Lebensgeschichten von Betroffenen sowie den Ergebnissen der Befragung.

Ziel der Befragung ist es, die bisherigen Eindrücke mit den Erfahrungen einer größeren Gruppe an Betroffenen abzugleichen. Ziel des Buches ist es, für erweiterte Aufmerksamkeit und ein tieferes Verständnis für Betroffene zu sorgen. Es will Tatsachen für Diskussionen liefern, die im Zusammenhang mit chronischer Krankheit auf gesellschaftlicher, politischer und fachlicher Ebene geführt werden sollten. Zudem will das Buch allen Betroffenen mentale Stärkung sein.

„Chronisch kranke Menschen stehen offenbar viel zu oft alleine da. Weder die Gesellschaft noch das Sozial- bzw. Gesundheitssystem scheinen gegenwärtig in der Lage, die Belastungen angemessen aufzufangen. Der volkswirtschaftliche Schaden durch chronische Krankheit ist beachtenswert. Ich wünsche mir, dass der Begriff ‚chronisch krank‘ in Zukunft Respekt und die Bereitschaft zu Unterstützung hervorruft, statt Unverständnis und Zurückweisung“, sagt Ilka Baral.

Zur Online-Befragung chronisch kranker Menschen (inkl. umfangreicher Informationen für Teilnehmer).

Zusammenfassung aller Informationen zum Buch, der Autorin, der Befragung, den Social-Media-Kanälen.

Ilka Baral ist Betriebswirtin und verfügt zudem über eine medizinische Ausbildung. Sie ist selbst mehrfach von chronischer Krankheit betroffen. Als Redakteurin war sie zuletzt in der Kommunikation für große Technologieunternehmen tätig. Als Autorin arbeitet sie derzeit an einem Buch über chronisch kranke Menschen.

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Autorin | Verantwortliche der Befragung
Ilka Baral
c/o AutorenServices.de, Birkenallee 24
36037 Fulda

baral@buch-chronisch-krank.de
http://www.buch-chronisch-krank.de

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Befragung chronisch kranker Menschen
Ilka Baral
c/o AutorenServices.de, Birkenallee 24
36037 Fulda

baral@buch-chronisch-krank.de
https://www.soscisurvey.de/baral-chronischkrank

App-Tipp: Kaia – Rückenschmerzen zu Hause behandeln

Quelle: Google Play Store

“Ganzheitliche Therapie für die Hosentasche” – damit wirbt das Unternehmen Kaia für seine App. Das Ziel von Kaia ist es, dass möglichst viele Menschen mit ihren chronischen Erkrankungen besser zurechtkommen und ihr Gesundheitszustand sich verbessert – und zwar nur mit einem Tablet oder einem Smartphone.

Worum geht’s?

Rückenschmerzen und ähnliche Leiden an Skelett und Muskeln sind laut einer Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit weiterhin der häufigste Grund für Fehlzeiten von Arbeitnehmern. Die multi­modale Schmerz­the­rapie ist der medizi­nische Goldstandard für chronische Muskel-Skelet­ter­kran­kungen wie Rücken­schmerzen. Die Entwickler von Kaia haben diese wirksame Therapie digita­li­siert, um sie jedermann überall zugänglich zu machen.

Drei Säulen gegen Rückenschmerzen

Wissen, Atmung, Bewegung: Auf diesen drei Säulen beruht die Kaia-App.

An jedem Trainingstag bekommt der Nutzer im Bereich “Wissen” nützliche Informationen – zum Beispiel über den Aufbau der Wirbelsäule. Dieser Theorie-Teil findet in einem Chat statt und wird individuell auf den Wissensstand des Users angepasst.

Im Teil “Atmung” lernt der Nutzer einfache Entspannungsübungen, die dabei helfen Alltagsstress abzubauen. Auch das trägt dazu bei, die Rückenschmerzen zu reduzieren.

Im praktischen Teil „Bewegung“ erstellt Kaia für den Nutzer individuelle Trainingseinheiten. Jede Einheit besteht aus zwei bis drei Sätzen, jeder Satz umfasst vier bis fünf Übungen. Übungsvideos zeigen die richtige Ausführung und geben die Wiederholungen vor. Man benötigt meist nicht mehr als eine Matte oder einen Stuhl.

Wer hat die App entwickelt?

Kaia wurde geboren, als die Gründer Konstantin Mehl und Manuel Thurner zusammenkamen, um einen effektiveren Weg zur Behandlung chronischer Rückenschmerzen zu finden. Kaia basiert laut eigener Angaben auf aktuellen Erkenntnissen der Schmerzforschung.

Was kostet die App?

Wer das Rückentraining ausprobieren möchte, kann die App sieben Tage kostenlos nutzen. Danach kostet das Abo für drei Monate 34,99 Euro, für sechs Monate 59,99 Euro und 95,99 Euro für ein Jahr.

Doch Vorsicht: Das Abo verlängert sich automatisch. Wer kündigen möchte, muss das bis 24 Stunden vor Ablauf der Mitgliedschaft tun, verrät das Kleingedruckte. Die Funktion der automatischen Verlängerung kann man über die Kontoeinstellungen deaktivieren.

Zahlen die Krankenkassen?

Manche Krankenkassen, wie z.B. die BARMER, übernehmen die Kosten für die Gesundheits-App für ein Jahr. Danach müssen die Versicherten selbst zahlen. Ist die Kostenfrage mit der Krankenkasse geklärt, sollte man die App über die Homepage der Krankenkasse herunterladen. So jedenfalls bei der BARMER. Ansonsten gibt es Probleme beim Freischalten der Pro-Version.

Sind meine Daten sicher?

Nach meinem Dafürhalten bietet Kaia eine gut verständliche und ausführliche Datenschutzerklärung auf der Website an. Hier legt das Unternehmen offen, welche Daten bei der Nutzung der App gesammelt werden und zu welchem Zweck. Alle Daten werden direkt über die Nutzung der App erhoben. Über die Einstellungen im Browser kann der User der Speicherung von Cookies widersprechen. Das kann allerdings dazu führen, dass nicht alle Funktionen zur Verfügung stehen.

Mein Fazit

Die Kombination aus Wissen, Atmung und Training ist meiner Meinung nach ein geeignetes Mittel, um Rückenschmerzen in den Griff zu bekommen. Mir hilft der Wissensteil, um zu verstehen, wie Schmerz entsteht und verarbeitet wird. Der Atmungsteil hilft mir Stress abzubauen und entspannter durch den Tag zu kommen. Die Videos zu den Bewegungsübungen unterstützen das eigene Bewegungsverhalten. Übungen sind somit leichter durchzuführen als bei vielen Übungsbüchern mit reinen textbasierten Erklärungen. Insgesamt ein gutes Tool, um gegen Rückenschmerzen aktiv zu werden.

Wo gibt es die App?

Kaia ist bei Google Play und im App Store erhältlich.

Überlebensstrategien | Schmerz

Aktuelle Ergebnisse der Schmerzforschung in der Reihe „Überlebensstrategien“

Wozu ist Schmerz gut und wie wird man diesen „Tyrannen“ wieder los? Zu der Frage, ob chronische Schmerzen operativ behandelt werden können, sowie chronischen Schmerzen bei Menschen mit Querschnittslähmung sprechen Privatdozentin Dr. Rezvan Ahmadi und Prof. Dr. Norbert Weidner vom Universitätsklinikum Heidelberg. Eine Einführung in das Thema Schmerzforschung gibt Prof. Dr. Rohini Kuner, Wissenschaftlerin an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Ruperto Carola.

Gemeinsam gestalten die drei Referenten die nächste Veranstaltung in der Reihe „Überlebensstrategien“, die in diesem Wintersemester fortgesetzt wird. Getragen wird die Reihe von den Sonderforschungsbereichen der Universität Heidelberg, in denen zentrale Fragen der molekularen Lebenswissenschaften bearbeitet werden; sie ist ein gemeinsames Projekt mit der Rhein-Neckar-Zeitung.

Die Veranstaltung „Schmerz“ findet am 12. Dezember 2019 im Karlstorbahnhof statt und beginnt um 19.30 Uhr.

Überlebensstrategien Runde 7

Wie überleben Lebewesen – vom Einzeller über Pflanzen und Tiere bis zum Menschen – unter widrigen Umständen und schwierigen Bedingungen? Mit der Reihe „Überlebensstrategien“ suchen die lebenswissenschaftlichen Forscher der Universität Heidelberg das Gespräch mit der breiten Öffentlichkeit und haben dazu ein besonderes Format gewählt: Im Karlstorbahnhof in entspannter Lounge-Atmosphäre führen sie in ausgewählte Fragestellungen, Methoden und langfristige Ziele der molekularen Lebenswissenschaften ein. Redakteure der RNZ-Stadtredaktion gestalten die Gesprächsführung. Ihre Fragen und Perspektiven bilden die Brücke zum Publikum, das in den Dialog einbezogen wird. Die weiteren Veranstaltungen der Reihe mit musikalischer Begleitung durch Mitglieder des Collegium Musicum finden bis zum Juli 2020 statt.

Prof. Kuner ist Geschäftsführende Direktorin des Pharmakologischen Instituts, das an der Medizinischen Fakultät Heidelberg angesiedelt ist, und Sprecherin des Sonderforschungsbereichs „Von der Nozizeption zum chronischen Schmerz: Struktur-Funktions-Merkmale neuraler Bahnen und deren Reorganisation“. Am SFB 1158 untersuchen die beteiligten Wissenschaftler, wie aus akut-physiologischen Schmerzen chronisch-pathologische Schmerzen werden und wie sich dieser Übergang möglicherweise verhindern oder gar umkehren lässt. Prof. Kuner wird in die Thematik des Sonderforschungsbereichs einführen. Zu den zentralen Fragen der Veranstaltung referieren Prof. Weidner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Paraplegiologie – Querschnittzentrum, und Dr. Ahmadi, die die Sektion Operative Schmerztherapie und periphere Nerven an der Neurochirurgischen Klinik leitet. Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Dr. Micha Hörnle von der RNZ-Stadtredaktion.

SFBs sind Forschungsverbünde, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert werden und sich aus 15 bis 20 Arbeitsgruppen zusammensetzen. Während Sonderforschungsbereiche in der Regel an einer Universität angesiedelt sind, verteilen sich die SFB/Transregio-Verbünde auf zwei oder drei Standorte. Projekte, die innerhalb eines SFB gefördert werden, behandeln eine übergreifende Fragestellung der Grundlagenforschung aus unterschiedlichen Perspektiven und mit unterschiedlichen Techniken über einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren. An der Universität Heidelberg sind aktuell 14 Sonderforschungsbereiche und SFB/Transregios mit lebenswissenschaftlichen Fragestellungen angesiedelt.

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