Es gibt 37 Arten von Kopfschmerzen…

Quelle: Rainer Sturm, pxelio.de
Quelle: Rainer Sturm, pxelio.de

…und Werbung, die alle gleichzeitig bei mir auslösen.

Zum einen sind der heutigen Medizin nicht 37, sondern über 250 verschiedene Arten von Kopfschmerzen bekannt (Internationale Kopfschmerz-Klassifikation (ICHD-2).

Zum anderen bezeichnen unabhängige Verbraucherorganisationen, wie z.B. die Stiftung Warentest, die Wirkstoffkombination Acetylsalicylsäure + Paracetamol + Coffein als „wenig geeignet bei Schmerzen, Fieber sowie beim Migräneanfall“. Es sei eine nicht sinnvolle Kombination von Schmerzmitteln. Die therapeutische Wirkung verbessere sich nicht zuverlässig, unerwünschte Effekte hingegen könnten gleichzeitig auftreten.

Doch was mich am allermeisten aufregt ist die Tatsache, dass Schmerzmittelwerbung sehr oft suggeriert, eine Pille könne Kopfschmerzen einfach so „wegzaubern“. Bei akuten Kopfschmerzen mag das manchmal gelingen. Nur leider greifen auch viele Menschen mit chronischen Kopfschmerzen zu Medikamenten mit genannter Wirkstoffkombination. Werbung als auch Homepage des Herstellers des bekanntesten Präparats mit dieser Wirkstoffkombination machen da leider keinen Unterschied.

Sortimente: Schmerzmittel

Schmerzmittelumsatz 2013 Quelle: Rainer Sturm, pixelio.de
Schmerzmittelumsatz 2013
Quelle: Rainer Sturm, pixelio.de

„In der OTC-Umsatzstatistik stellen sie nach den Erkältungsmitteln den zweitgrößten Markt: Schmerzmittel und Präparate für Muskeln und Gelenke. Knapp 1,174 Milliarden Euro wurden laut IMS Health mit diesen Produkten im Jahr 2013 umgesetzt und damit 5,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Wie die Präparate gegen Husten und Schnupfen tragen auch Schmerzmittel wesentlich zum Umsatz der Apotheken bei. Doch, auch dies zeigen die Marktdaten für 2013, werden sie im Gegensatz zu den vor allem saisonal nachgefragten Erkältungsmitteln das ganze Jahr hinweg gekauft: Der Markt der Schmerzmittel entwickelte sich von Januar bis Dezember vergangenen Jahres durchgehend positiv.“

Zur Erklärung: Es handelt sich hier nur um den Umsatz sogenannter OTC-Arzneimittel (engl. „over the counter“‚ „über den Ladentisch“), also apothekenpflichtige und gleichzeitig nicht verschreibungspflichtige, somit rezeptfreie Medikamente. Verschreibungspflichtige Schmerzmittel oder gar Schmerzmittel, die unter die Betäubungsmittelverordnung fallen, sind in diesen Umsätzen nicht enthalten.

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Gabi Kannamüller, Springer Medizin).