Chronische Schmerzen: Auch ein volkswirtschaftliches Problem

20 Prozent der Menschen in Europa leiden an chronischen Schmerzen. Am häufigsten treten Rückenschmerzen auf.

Kaum ein anderes Gesundheitsproblem belastet die Betroffenen mehr als der Schmerz. 20 Prozent der Menschen in Europa leiden an chronischen Schmerzen. Hier einige Grunddaten:

  • Bei einem Anteil von 20 Prozent der chronischen Schmerzpatienten in Europa sind das insgesamt rund hundert Millionen Menschen. Das ist bedeutend mehr als die Zahl der Diabetiker in Europa – etwa 60 Millionen Betroffene.
    • 65,56 Prozent der Menschen mit andauernden Schmerzzuständen haben Rückenschmerzen,
    • 51,66 Prozent Gelenksschmerzen,
    • 32,20 Prozent Nacken- und
    • 31,36 Prozent regelmäßig Kopfschmerzen.
  • Am höchsten ist der Anteil der Schmerzpatienten unter den 40- bis 59-Jährigen. Das bedeutet, dass die Betroffenen besonders häufig in der Gruppe der Bevölkerung am Ende der Berufstätigkeit zu finden sind.
  • Depressionen und Rückenschmerzen sind zwei der fünf häufigsten Ursachen für Invalidität in Europa. Chronische Schmerzzustände stecken als Ursache hinter jährlich rund 500 Millionen Krankenstandstagen in Europa. Die Kosten machen allein dadurch rund 34 Milliarden Euro aus.
  • Drei bis zehn Prozent des BIP in Europa gehen durch chronische Schmerzen verloren. Fast die Hälfte der Krankenstände über drei Tage geht auf chronische Schmerzen zurück. 22 Prozent der chronischen Schmerzpatienten, die in den Krankenstand gehen müssen, sind deshalb pro Jahr mehr als zehn Tage zu Hause.
  • Patienten mit chronischen Schmerzen haben das siebenfache Arbeitslosigkeitsrisiko im Vergleich zu Nichtbetroffenen. 19 Prozent dieser Kranken haben bereits einmal ihre Arbeit verloren, 13 Prozent deshalb den Arbeitsplatz gewechselt.
  • Obwohl es wirksame Therapien gibt, leiden 68 Prozent der Betroffenen pro Tag mehr als zwölf Stunden an ihren Beschwerden. 21 Prozent haben außerdem Depressionen.

Schmerz schadet Patienten und der Wirtschaft

„Millionen von Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen. Das ist nicht nur für die Patienten eine tägliche Tortur, sondern schädigt auch die Volkswirtschaft. Darauf wiesen Experten vor dem heute stattfindenden 1. Nationalen Schmerzforum in Berlin hin.

Alleine die volkswirtschaftlichen Kosten chronischer Schmerzen (direkte Kosten wie Behandlung, Rehabilitation, Medikamente sowie indirekte Kosten durch vorzeitige Verrentung oder Arbeitsunfähigkeit) beliefen sich laut Erkenntnissen der Bundesregierung auf bis zu 38 Mrd. Euro, heißt es in einer Pressemitteilung der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. (dgss). 

„Statt vieler unkoordinierte Einzelschritte ist es an der Zeit, dass alle Akteure ihre Kräfte bündeln, um die große Fehl- und Unterversorgung der Bevölkerung bei Schmerzen zu beenden und unnötiges Leid zu lindern.“, sagte Prof. Dr. Dr. Thomas R. Tölle, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft.“

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Cornelia Wanke, Gesundheitsstadt Berlin)