Wer klagt, dem geht’s besser

Quelle: PoseMuse, pixabay.de
Quelle: PoseMuse, pixabay.com

Die Depression ist die kleine Schwester des Schmerzes. Oder umgekehrt. Wer ständig unter Schmerzen leidet, ist auch von einer Depression häufig nicht weit entfernt. Aber was ist die Henne und was ist das Ei? Dies ist oft nur schwer zu entscheiden, kann aber Auswirkungen auf die Behandlung haben.

Dr. Johannes Horlemann aus Kevelaer sagte einmal im Rahmen des Deutschen Schmerz- und Palliativtages, dass es Patienten, die anfingen zu klagen, wieder besser ginge. Klingt zunächst paradox. Allerdings wisse man, dass während einer depressiven Episode meist ein Zustand klagloser Apathie herrsche, dessen Ende das Klagen anzeige. Dies sei ein wichtiger Indikator für Ärzte und Angehörige.

Dass Schmerzen und Depression häufig als Paar auftreten, ist lange bekannt. Aber es ist nicht so selbstverständlich, dass es entbehrlich wäre, die Wechselwirkungen zwischen beiden genauer zu betrachten. Denn es hat auch Konsequenzen für die Behandlung. Die zentrale Frage ist auch hier: Was war zuerst da?

Handelt es sich – wie es bei 84 Prozent der Patienten der Fall ist – um eine sekundäre Depression, trat also zunächst der Schmerz und erst im Anschluss daran eine Depression auf, hilft meist eine multimodale Therapie aus einem Antidepressivum und einem Analgetikum sowie Ausdauertraining. Findet dieses Training im Freien statt, kommen nebenbei auch zu niedrige Vitamin-D- und Melatonin-Spiegel wieder ins Lot.

Treten Schmerzen hingegen erst später im Krankheitsverlauf auf oder handelt es sich um eine sogenannte „larvierte“ Depression, bei der sich die Depression „in der Larve“ von Schmerzen zeigt, führt eine Analgetikabehandlung nicht zum Ziel. Im Gegenteil: „Nicht steroidale Antirheumatika sind Gift für depressive Patienten“, sagte Horlemann damals. Diese könnten über eine Beeinflussung des Mandelkerns im Gehirn die Beschwerden depressiver Patienten, zum Beispiel eine Tagesmüdigkeit, sogar verstärken. Hier sei eine reine antidepressive Therapie Erfolg versprechender.

Ein Netz aus Schmerzen

Die aktuelle Ausgabe der Apotheken Umschau vom 1. Mai 2016 macht mit folgendem Titel auf: „Gefangen im Schmerz. So befreien Sie sich“. Hier ein Auszug:

Quelle: Apotheken Umschau
Quelle: Apotheken Umschau

Um mit den Beschwerden besser zu leben, ist Hilfe notwendig. Medikamente sind dabei längst nicht alles. Vieles können Patienten selbst beeinflussen.

Chronische Schmerzen sind wie ein Spinnennetz, in dem man sich immer stärker verfängt. Sie schotten einen ab und lähmen. Sie können einen aus dem Arbeitsmarkt aussperren und in Süchte verstricken. Doch die Situation ist nicht so ausweglos, wie es scheint.

Um das Netz einzureißen, muss man es verstehen. Wenn die Beschwerden mehr als drei Monate andauern, also chronisch sind, besteht das Geflecht längst nicht mehr nur aus Schmerz. Auch Stress, Angst, Isolation, Abhängigkeit, Bewegungslosigkeit verdichten das Netz wie klebrige Fäden.

Die Fachwelt spricht vom „biopsychosozialen Modell“. Das heißt, auch das eigene Umfeld und Verhalten bestimmen, wie stark sich der Schmerz anfühlt. Er ist keine feste Größe.

Direkter Zugriff auf die Psyche

„Die Vorstellungen, die wir von Psychotherapie haben, müssen erweitert werden. Inzwischen kann man auch Video-Feedback-Programme und die Gabe des Bindungshormons Oxytocin an Menschen mit Schmerzstörungen dazuzählen.

Unter Psychotherapie verstehen wir die Behandlung psychischer Störungen mit psychologischen Methoden. Die Hirnforschung hat wichtige Beiträge zum besseren Verständnis psychischer Störungen wie auch zu ihrer Behandlung geliefert. Jedoch sind psychische Störungen keine Hirnerkrankungen wie die Epilepsie oder die Parkinson-Krankheit, obwohl dies oft behauptet wird, zum Beispiel vom amerikanischen National Institute of Mental Health, dessen Direktor Tom Insel immer wieder betont, dass psychische Störungen Hirnerkrankungen sind. Im Gegensatz zu neurologischen Störungen gibt es bei den psychischen Störungen bislang keine klaren Nachweise, dass tatsächlich ein krankhafter Gehirnprozess die Grundlage der Störung ist.

Vielmehr belegt die neurowissenschaftliche Forschung, dass viele Hirnveränderungen durch Erleben, Verhalten und Umwelteinflüsse erst bedingt werden. So verändert frühkindliches Stresserleben das Volumen des Hippocampus und der Amygdala oder deren Verbindungen mit dem Frontalkortex. Dies sind Hirnregionen, die für Lern- und Gedächtnisprozesse wichtig sind und bei vielen Störungen wie Angst oder Depression im Mittelpunkt der Krankheitsentstehung stehen. So haben beispielsweise Personen, die ein vermindertes Hippocampusvolumen haben, ein höheres Risiko, an einer posttraumatischen Belastungsstörung zu erkranken, jedoch reduziert Stresserleben selbst wieder den Hippocampus.“

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Herta Flor, Frankfurter Allgemeine Zeitung).

Rückenschmerz: Warum die Therapie des Volksleidens so schwierig ist

Quelle: FOCUS Gesundheit, Dezember/Januar 2014/15
Quelle: FOCUS Gesundheit, Dezember/Januar 2014/15

„Rückenschmerzen verschlingen Milliarden und legen Millionen Menschen lahm. Ärzte operieren am Rückgrat heute so häufig wie nie zuvor. Die Zahl der Rückenpatienten wird trotzdem nicht kleiner. FOCUS Gesundheit erklärt, wieso es so oft an der richtigen Therapie mangelt und worauf Betroffene achten sollten.“

Zum Inhalt:

  • Meisterkonstruktion Wirbelsäule: die bildgewaltige FOCUS GESUNDHEIT-Infografik
  • Komiker Wigald Boning, Gewichtheberin Julia Schwarzbach und Ballerina Elaine Underwood – Prominente sprechen über ihr Kreuz mit dem Kreuz
  • Forschung: Wie künstliche Bandscheiben dem Original immer ähnlicher werden und wie Patienten davon profitieren
  • Wie High-Tech-Operationen Patienten neue Hoffnung geben
  • Rückenregeln für den Alltag: Praktische Tipps für den Haushalt und das Büro
  • Wie Unternehmen ihren Mitarbeitern den Rücken stärken: FOCUS GESUNDHEIT zu Besuch bei Niederegger und Adidas
  • Wie ein falscher Gang auf den Rücken schlägt: Eine Autorin macht im Bewegungsanalyselabor den Selbstversuch
  • Was wir aus der Evolution lernen können, um gesünder zu leben
  • Heilung nach Fahrplan: Was sind Alarmzeichen? Wann ist es Zeit für welche Therapie?
  • Therapien- und Medikamentencheck: Was hilft wirklich?
  • Reine Kopfsache: Welchen Einfluss die Psyche auf chronische Schmerzen hat
  • Selbsttest Rückenschmerz: 21 Fragen zu Ihrem Rückenrisiko
  • Osteoporose frühzeitig erkennen und richtig behandeln
  • Wie Stress auf den Nacken schlägt und welche Übungen helfen
  • Schwingungen, Salben und Sitzmöbel: Innovative Produkte für einen entspannten Rücken
  • Zehn Sport-Arten im Rücken-Check
  • Die FOCUS-Ärzteliste: Deutschlands Top-Spezialisten für Rückenschmerzen und Wirbelsäulenchirurgie

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Stefan Schweiger, FOCUS Gesundheit).

Fibromyalgie. Die Schmerzkrankheit erkennen und erfolgreich behandeln

"Fibromyalgie" von Dr. med. Eberhard J. Wormer Quelle: amazon.de
„Fibromyalgie“ von Dr. med. Eberhard J. Wormer
Quelle: amazon.de

Muskelschmerzen, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, gedrückte Stimmung, chronische Erschöpfung?

Fibromyalgie gehört zu den rätselhaftesten Leiden unserer Zeit. Immer mehr Menschen, vorwiegend Frauen, sind von der chronischen Erkrankung betroffen. Schätzungen zufolge leiden heute etwa ein bis fünf Prozent der Bevölkerung westlicher Industriestaaten an chronischen Schmerzen. Bis zur richtigen Diagnose vergehen oft Jahre, denn das weite Spektrum der Symptome führt vielfach zur Fehleinschätzung.

Lesen Sie hier, wie die Schmerzkrankheit schnell und zuverlässig erkannt und erfolgreich behandelt werden kann. Dr. Eberhard J. Wormer fasst den aktuellen Stand der Wissenschaft zusammen und stellt die wirksamsten medizinischen Therapie- und Selbsthilfekonzepte vor: Ob Schmerz- oder Psychotherapie, medikamentöse oder naturheilkundliche Behandlung, ob Konzepte für Bewegung, Entspannung oder Ernährung – wirklich erfolgreich kann bei Fibromyalgie nur ein individuell maßgeschneiderter Therapieansatz sein. Dieser Ratgeber hilft Betroffenen und Behandelnden, entsprechende Lösungen zu finden.

Da anhaltende Schmerzen die Psyche und das soziale Umfeld in Partnerschaft, Familie und Beruf belasten, gibt der Autor hierzu wertvolle Anregungen und Tipps – inklusive Informationen zum Thema Berufsunfähigkeit und soziale Absicherung.

  • Broschiert: 159 Seiten
  • Verlag: Mankau Verlag; Auflage: 1 (10. September 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3863741714
  • ISBN-13: 978-3863741716

Neue Website informiert über eine der schlimmsten Formen von Kopfschmerz

„Der Schmerz ist kaum auszuhalten und ein Leben mit der Krankheit bedeutet einen enormen Verlust an Lebensqualität: Clusterkopfschmerz. Betroffene leiden unter stechenden, meist einseitig auftretenden Kopfschmerzen, die mehrere Stunden andauern können und oft nachts auftreten. Häufig wird die Diagnose Clusterkopfschmerz erst nach Jahren gestellt, denn über die Krankheit ist bisher wenig bekannt. Die Website http://www.meinclusterkopfschmerz.de informiert über diese Kopfschmerzart, die häufig auch als „Selbstmord-Kopfschmerz“ bezeichnet wird, und gibt Tipps für den Umgang mit der Krankheit.

Welche Auslöser gibt es für Clusterkopfschmerz? Was kann ich gegen den stechenden Kopfschmerz tun? Worin unterscheidet er sich von Migräne und Spannungskopfschmerz? Mit diesen und weiteren Fragen sehen sich die etwa 100.000 Betroffenen in Deutschland konfrontiert – viele Antworten liefert die Website http://www.meinclusterkopfschmerz.de. Ziel des Onlineportals: Aufklärung über eine Krankheit, die bisher wenig bekannt ist. Oft dauert es mehrere Jahre bis sich ein Patient an einen Kopfschmerzexperten wendet und die richtige Diagnose und Behandlung erhält. Neben Informationen zu Kopfschmerzarten, Auslösern und Symptomen von Clusterkopfschmerz werden verschiedene Therapien vorgestellt.
Mini-Implantat gegen die stechenden Kopfschmerzen

Die Website http://www.meinclusterkopfschmerz.de stellt zudem einen neuen Ansatz aus der Medizintechnik vor: die SPG-Stimulationstherapie. Sie stimuliert das Nervenbündel hinter der Nase (Ganglion sphenopalatinum, SPG), dessen zentrale Rolle bei starken Kopfschmerzen belegt ist. Bei der SPG-Stimulationstherapie wird ein Mini-Implantat hinter der Wange am Oberkiefer eingesetzt. Sobald eine Clusterkopfschmerz-Attacke beginnt, hält der Patient eine Fernbedienung an die Wange, um das Implantat zu aktivieren. Dieses stimuliert das SPG, um die Attacke abebben zu lassen. Auf der Website vermittelt ein Kurzvideo diese Behandlungsmethode anschaulich. Wer wissen will, ob die Therapie für ihn geeignet ist, findet über eine Suchfunktion eine Klinik, die diese Therapieform und Beratung durch Kopfschmerzspezialisten anbietet.“

Pressekontakt:

BSKOM GmbH
Silvia Lindner / Maren Pudimat
Herzogspitalstraße 5
80331 München
Tel: +49 (0)89/ 13 95 78 27 14
E-Mail: lindner@bskom.de / pudimat@bskom.de
Web: http://www.bskom.de