„Alter und Schmerz“ Schwerpunkt im BARMER GEK Arztreport 2016

Patienten mit chronischen Schmerzen bekommen im Durchschnitt 4,5 verschiedene Medikamente täglich verordnet. Das sind 70 Prozent mehr als Patienten ohne chronische Schmerzen.
Patienten mit chronischen Schmerzen bekommen im Durchschnitt 4,5
verschiedene Medikamente täglich verordnet. Das sind 70 Prozent mehr als
Patienten ohne chronische Schmerzen.

Mit ihren Arztreports legt die BARMER GEK umfassende versichertenbezogene Auswertungen von Daten zur ambulant-ärztlichen Versorgung vor. Das Schwerpunktthema des diesjährigen Arztreports ist „Alter und Schmerz“.

Als junger Schmerzpatient sei mir die Anmerkung gestattet, dass (chronische) Schmerzen nicht nur eine Frage des Alters sind. Aber selbstverständlich nehmen mit dem Alter die Schmerzen zu – sei es durch Verschleiß des Knochenapparats oder durch Erkrankungen wie Krebs – und mit der Zahl älterer Menschen wächst entsprechend auch die der Patienten.

In Anlehnung an meinen letzten Artikel vom 24. Februar 2016 möchte ich Euch die Pressemappe der BARMER GEK zum Arztreport 2016 ans Herz legen. Hierin sind die wichtigsten Erkenntnisse des Reports zusammengefasst. Denn alleine das Schwerpunktkapitel „Alter und Schmerz“ umfasst ganze 96 Seiten.

Krankenkassen-Bericht: Mehr als drei Millionen leiden unter chronischem Schmerz

Die Zahl der Schmerzpatienten in Deutschland steigt seit Jahren: Mehr als drei Millionen plagen laut einem Krankenkassenbericht sogar chronische Schmerzen. Gleichzeitig fehlen Experten in der Therapie.

3,25 Millionen Menschen in Deutschland leben mit chronischen Schmerzen – das berichtet die Krankenkasse Barmer GEK im „Arztreport 2016„. Die Zahl der Schmerzpatienten sei seit 2005 kontinuierlich gestiegen. Damals waren 1,6 Prozent der Bevölkerung betroffen, 2014 waren es laut der Krankenkasse vier Prozent.

Quelle: DPA
Quelle: DPA

Frauen leiden häufiger unter chronischen Schmerzen als Männer, Ältere öfter als Jüngere. Zudem gilt die Dunkelziffer von Betroffenen ohne einschlägige Diagnose als hoch.

Doch auch zwischen den Bundesländern gibt es deutliche Unterschiede. Laut „Arztreport“ fiel die Diagnose „chronischer Schmerz“ am häufigsten in Brandenburg und Berlin – 5,8 beziehungsweise 5,7 Prozent der Bevölkerung sind dort betroffen. Am seltensten wurde die Diagnose in Bremen mit 2,9 Prozent gestellt.

Barmer-GEK-Chef Christoph Straub machte auf Verbesserungen in der Schmerztherapie aufmerksam. Zusätzlich müsste aber bereits der Hausarzt Lotse sein, sodass Betroffene früh von verschiedenen ärztlichen Fachrichtungen betreut werden könnten, damit Schmerzen möglichst gar nicht erst chronisch werden.

Hier der Link zum vollständigen Artikel des Spiegel.

Probleme der Versorgung bestehen fort

"Wege aus dem Schmerz" Quelle: Rainer Sturm, pixelio.de
„Wege aus dem Schmerz“
Quelle: Rainer Sturm, pixelio.de

„Chronische Schmerzpatienten erhalten mehr Aufmerksamkeit als noch vor einigen Jahren. Doch die strukturellen Defizite in der Versorgung sind nach wie vor ungelöst. Dieses Fazit zog die Initiative „Wege aus dem Schmerz“.

Fünf Jahre nach ihrer Gründung zieht die Initiative „Wege aus dem Schmerz“ eine gemischte Bilanz. Grundsätzliche strukturelle Probleme der Schmerzversorgung in Deutschland sind weiterhin ungelöst.

In der Initiative „Wege aus dem Schmerz“ haben sich Deutsche Schmerzliga, Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) und Deutsche Schmerzgesellschaft sowie das Unternehmen Pfizer zusammengefunden, um die Unter- und Fehlversorgung von Patienten mit chronischem Schmerz zu verringern.

Gründungsdokument war damals eine „Freiheitserklärung“, die forderte, chronische Schmerzen als Krankheit anzuerkennen, Patienten von Anfang an gezielt zu behandeln und den Menschen im Sinne einer sprechenden Medizin stärker in den Mittelpunkt zu rücken.“

Hier der Link zum vollständigen Artikel von Philipp Grätzel von Grätz, Ärzte Zeitung.

Cannabis für Schwerkranke – Koalition will Hürden abbauen

Quelle: Petra Bork, pixelio.de
Quelle: Petra Bork, pixelio.de

„Cannabis auf Kassen-Kosten: Das soll für Schmerzpatienten schon bald möglich sein. Die Drogenbeauftragte hat sich nun öffentlich für ein entsprechendes Gesetz stark gemacht.

Seit Jahren hält die Debatte um eine Teil-Legalisierung von Cannabis für Schwerkranke bereits an – nun könnte sie bald ein Ende haben. Denn die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, hat in einem Interview mit der Zeitung „Die Welt“ angekündigt, den Cannabis-Gebrauch für bestimmte medizinische Indikationen zu erleichtern.

„Mein Ziel ist, dass in Zukunft mehr Menschen als bisher Cannabis als Medizin bekommen können“, sagte die CSU-Politikerin. „Für diese Patienten müssen die Kosten von den Krankenkassen erstattet werden.“ Noch in diesem Jahr solle das Gesetz durch den Bundestag gebracht werden. Tatsächlich arbeite das Gesundheitsministerium „unter Hochdruck“ an einer Regelung, bestätigte das Büro von Mortler auf Anfrage der „Ärzte Zeitung“.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) betonte: „Wir wollen, dass schwerkranke Menschen, denen nur durch Medizinalhanf geholfen werden kann, gut versorgt werden. Deshalb werden wir die rechtlichen Bedingungen, unter denen dies erfolgt, zeitnah anpassen.“ Dazu gehöre die Frage der Kostenerstattung durch die Krankenkassen in diesen medizinisch begründeten Fällen, aber auch die Frage, wie Missbrauch wirksam verhindert werden kann.“

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Jana Kötter, Ärzte Zeitung).