Zählen kann Schmerzen lindern

Verschiedene kognitive Strategien darunter auch Rückwärtszählen können das Schmerzempfinden positiv beeinflussen. Dabei werden jeweils unterschiedliche Bereiche im Gehirn angesprochen. Das haben Wissenschaftler der LMU München in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford gezeigt.

Quelle: John Evans, freeimages.com

Für ihre Studie fügte das Forscherteam um Enrico Schulz insgesamt 20 Probanden einen Kälteschmerz zu. Währenddessen sollten die Versuchspersonen zur Schmerzlinderung eine von drei Strategien anwenden: von 1000 in 7er-Schritten rückwärts zählen, sich gedanklich etwas Schönes vorstellen oder sich einreden, dass die Kälte nicht schmerzt. Mithilfe der Magnetresonanztomographie untersuchten die Neurowissenschaftler, wie die verschiedenen Methoden die Hirnaktivität beeinflussen. Die Schmerzintensität und damit die Wirksamkeit der verschiedenen Strategien zur Schmerzlinderung sollten die Probanden anhand einer Schmerzskala von 0 bis 100 einschätzen.

Grundsätzlich reduzieren alle drei Strategien den Schmerz, wie die Wissenschaftler in einer bereits 2019 in der Zeitschrift Cortex veröffentlichten Arbeit berichteten. Rückwärtszählen stellte sich dabei als besonders effektive Strategie heraus. »Offenbar erfordert diese Aufgabe eine so hohe Konzentration, dass der Schmerz in den Hintergrund rückt. Einigen Probanden gelang es sogar, die Schmerzstärke um die Hälfte zu reduzieren«, sagte Schulz. »Eine Probandin hat später berichtet, dass sie die Strategie sogar in der intensiven Phase von Geburtswehen erfolgreich angewandt hat.

Als nächstes wollen die Forscher untersuchen, ob sich ihre Ergebnisse auch auf chronische Schmerzpatienten übertragen lassen.

Hier der Link zum vollständigen Artikel von Michelle Haß, PTA Forum.

Verschiedene Programme gegen den Schmerz

„Menschen mit chronischen Schmerzen gehen oft einen langen Leidensweg. Betroffen sind viele. Die AOK will mit verschiedenen Programmen zur Schmerzlinderung dazu beitragen, die Lebensqualität von Patienten mit Schmerzerkrankungen zu verbessern.

Kopfschmerzen und Rückenschmerzen entwickeln sich immer mehr zu Volkskrankheiten. Nach Daten des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) leidet jeder vierte Beschäftigte in Deutschland unter Kopfschmerzen und Schlafstörungen.

Sogar Kinder sind zunehmend von Kopfschmerzen betroffen. Über chronische Rückenschmerzen klagt jede fünfte Frau und jeder siebte Mann.

Nach Untersuchungen des Robert Koch-Instituts (RKI) werden pro Jahr bundesweit 579.000 Fälle mit Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens stationär behandelt, 160.000 Menschen werden jährlich am Rücken operiert.

Vor diesem Hintergrund haben beispielsweise die AOK PLUS und die AOK Nordost integrierte Versorgungsverträge mit Kliniken abgeschlossen, in denen Schmerzpatienten von spezialisierten Teams behandelt werden.“

Hier der Link zum vollständigen Artikel von Taina Ebert-Rall, Ärzte Zeitung.

Verringertes Schmerzgefühl: Fluchen ist gesund

„Scheiße“ sagt man nicht? Von wegen. Im richtigen Augenblick ist Fluchen ein Segen. Wohldosiert können Schimpfwörter Schmerzen lindern oder das Durchhaltevermögen steigern.

Als Richard Stephens seiner Frau im Kreißsaal beistand, war er sehr beeindruckt – nicht nur, weil sein Kind zur Welt kam, sondern auch weil seine Frau vor Schmerzen so heftig fluchte, wie er es noch nie erlebt hatte. Von Wehe zu Wehe legte sie stärker los. „Ihr war das sehr peinlich“, erzählt Stephens. „Aber die Hebamme sagte bloß: Wir hören so etwas ständig. Fluchen ist ein ganz normaler Teil des Geburtsvorgangs.“ Als seine Tochter endlich auf der Welt war, dämmerte Stephens, dass auch ein neues Forschungsthema geboren worden war.“

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Stefanie Schramm/Claudia Wüstenhagen, Spiegel Online).