Biomedikamente: Revolutionär und teuer

„Biologisch hergestellte Wirkstoffe werden immer bedeutsamer, strapazieren aber das Budget der ­­Krankenkassen. Nachahmer-Substanzen sollen Abhilfe schaffen

Ein lebenswichtiges Hormon markiert den Beginn einer weitreichenden Entwicklung. Insulin, das sich viele Diabetes-Patienten spritzen müssen, wurde früher aufwendig aus den Bauchspeicheldrüsen von Rindern und Schweinen gewonnen. Seit Anfang der 80er-Jahre betreiben Hersteller Bioreaktoren, in denen Bakterien oder Hefen die Substanz in großen Mengen bilden. In Deutschland führte der gentechnische Eingriff, der dazu nötig ist, noch bis in die 90er-Jahre zu einem Glaubenskrieg.
Inzwischen wurden in der Bundes­republik mehr als 200 ähnlich hergestellte Substanzen zugelassen. Sie sind allesamt derart groß und komplex aufgebaut, dass sie sich nur schwer oder gar nicht synthetisch produzieren lassen. Lebende, oft gentechnisch veränderte Zellen, Bakterien oder Hefen sind dazu in der Lage. Die so erzeugten Wirkstoffe nennt man daher Biologika oder Biomedikamente.“

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Dr. Reinhard Door, Apotheken Umschau).

Raus aus dem Bewegungsmangel

„Auch für Patienten mit rheumatischen Erkrankungen gibt es gute Gründe, sich zu bewegen: Körperliche Aktivität verbessert nicht nur die Lebensqualität, sondern kann auch Schmerzen entgegenwirken und die Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer erhöhen. Doch nicht alle Patienten sind gut zu motivieren, und Bewegungstherapien werden noch zu selten verordnet.

Rheumatische Erkrankungen gehen in der Regel mit Schmerzen des Bewegungsapparates einher, weshalb Patienten eher zu körperlicher Schonung tendieren als zum Sport. Doch Schonung und Ruhe haben mehr negative als positive Folgen für die meisten Patienten. So werden Bewegungstherapien in Form von Krankengymnastik und Sporttherapie zum Beispiel für Patienten mit rheumatoider Arthritis ausdrücklich empfohlen. Dem Risikofaktor Bewegungsmangel widmete sich ein Symposium auf dem 42. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie in Düsseldorf.“

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Thomas Kresser, Pharmazeutische Zeitung).

Entzündliches Rheuma ist ein medizinischer Notfall

„Je früher desto besser. Das gilt ganz besonders für die Diagnosestellung bei entzündlichem Rheuma. Denn je eher der Mediziner eine sogenannte Rheumatoide Arthritis feststellt, desto erfolgreicher kann er sie auch behandeln. Die Krankheit wird durch eine Autoimmunreaktion ausgelöst. Das bedeutet, dass der Körper plötzlich und ohne erkennbaren Grund Antikörper gegen sich selbst bildet und damit Entzündungsprozesse in Gang setzt. Bei den Patienten schwellen dadurch meistens Hand- oder Kniegelenke schmerzhaft an, werden zunehmend unbeweglich und können sich langfristig sogar verformen. Betroffene mit Rheumaverdacht sollten sich möglichst schnell an einen Experten wenden, mahnt Professor Dr. Gerd-Rüdiger Burmester, der Direktor der Rheumatologischen Klinik an der Berliner Charité:

O-Ton1: „Ich sag immer, jede z. B. rheumatoide Arthritis ist ein medizinischer Notfall, weil wir wissen wir haben etwa ein Zeitfenster von ca. vier Monaten in dem es uns praktisch gelingt, sämtliche Schädigungen in der Zukunft im Wesentlichen zu verhindern. Es wird nie 100 Prozent gelingen aber zu über 90 Prozent gelingt uns das.“

Das war nicht immer so, denn früher hieß die Devise noch oft „Abwarten“. Glaubt man Professor Burmester, dann hat sich die Diagnostik bei entzündlichem Rheuma in den letzten Jahrzehnten drastisch verbessert. So könne man Entzündungen oder Knochenzerstörungen heute mittels Ultraschall, Kernspintomografie und genauen Laborbefunden schnell feststellen. Neben den verbesserten Diagnosemöglichkeiten habe sich aber auch im Bereich der Arzneimitteltherapie im Laufe der Zeit einiges getan, betont Professor Burmester:

O-Ton2: „Den richtigen großen Durchbruch brachte das Medikament Methotrexat, das ursprünglich aus der Krebstherapie kam, aber in kleinen Minidosen eingesetzt, einmal pro Woche nur genommen, doch erstaunliche Erfolge bei der rheumatoiden Arthritis hat und dann um die Jahrtausendwende kam dann der weitere Meilenstein durch die Biologica, die Entzündungsbotenstoffe abfangen.“

Die medikamentöse Behandlung von akutem Rheuma ist die eine Seite, die andere ist Prävention. Laut Professor Burmester wird es mittlerweile in der Rheumatologie immer wichtiger, Patienten zu erkennen, bevor sie überhaupt Gelenkentzündungen haben. So könne man die selbst gebildeten Antikörper, die die Entzündung auslösen, schon heute in der Blutprobe gesunder Patienten nachweisen. Durch medizinische Entwicklungen wie diese könnte entzündliches Rheuma eines Tages vielleicht sogar geheilt werden, glaubt Professor Burmester. Stoppen könne man den Krankheitsverlauf aber schon heute mit großem Erfolg:

O-Ton3: „Der Weg, der früher vorgezeichnet war mit Gelenkverformungen, mit ständig zu punktierenden Gelenken, Gelenkzerstörungen dann Gehstützen, schließlich Rollstuhl, den beobachten wir heute praktisch gar nicht mehr. Sondern wir können durch intensive und frühzeitige und angepasste Therapie an die Krankheitsaktivität dem Patienten drastisch helfen.“

Pressekontakt:

Andreas Aumann

BPI-Pressereferent

Tel. 030 279 09 123

Mail: aaumann@bpi.de

Rheuma: Dichtung und Wahrheit

Gegen so manche Krankheit hatten die Großeltern ihre ganz eigenen Rezepte und oft falsche Vorstellungen. Die haben sich teilweise bis heute gehalten. Zu Rheuma etwa gibt es viele Mythen. Die Deutsche Welle klärt auf.

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Gudrun Heise, Deutsche Welle)

Kind, Beruf und Rheuma

„Familie und Beruf in Einklang zu bringen ist schon für gesunde Frauen eine Mordsanstrengung. Eine optimale Organisation aller anfallender Termine und eine gut durchdachte Strategie für Haushalt und Beruf sind nötig, damit alles rund läuft. Solch eine Herausforderung dann auch noch mit einer chronischen Krankheit zu bewältigen, scheint fast unmöglich. Ist es aber nicht. Ein Mut machendes Beispiel dafür, dass man Rheuma, Kind und Arbeit unter einen Hut bringen kann, ist Ilga Opterbeck.

Die 35-jährige Diplom-Psychologin wird am 22. September in Berlin mit dem Rheuma-Preis 2014 ausgezeichnet. Der Rheuma-Preis wird seit 2009 an Arbeitnehmer und ihre Arbeitgeber verliehen, die gemeinsam partnerschaftliche Lösungen zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit des Arbeitnehmers mit Rheuma umgesetzt haben.“

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Wochenkurier)

Rheuma treibt die Kosten hoch

„Gesetzliche und vereinbarte Herstellerrabatte bescherten 2013 den Krankenkassen satte Einsparungen von knapp sechs Milliarden Euro. Der neue Arzneimittel-Atlas zeigt außerdem: Die Ärzte impfen zurückhaltend.

Die Alterung der Gesellschaft und neue Therapieoptionen waren auch 2013 für einen Anstieg der Arzneimittelausgaben ursächlich.

Dies geht aus dem am Dienstag in Berlin veröffentlichten Arzneimittel-Atlas hervor, der vom Berliner IGES-Institut auf der Basis von Daten des Marktforschungsinstituts Insight Health im Auftrag des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller (vfa) erstellt wird.

Mit insgesamt 30,09 Milliarden Euro lagen die GKV-Ausgaben für Arzneimittel knapp 900 Millionen Euro über denen des Jahres 2012. Trotz dieses Anstiegs blieben sie aber unter dem Niveau von 2010, als dieser Rechnungsposten 30,18 Milliarden Euro ausmachte.“

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Anno Fricke/Helmut Laschet, Ärzte Zeitung)

Früher erkannt und besser behandelt

„Rheuma gehört zu den Krankheiten, die vor allem Berufstätige oft verschweigen, um nicht ausgegrenzt zu werden. Dabei lässt sich das Leiden heute mit Medikamenten meist gut behandeln – und mit einem aktiven Lebensstil.

Für die beruflich erfolgreiche Personalchefin ist ihre Krankheit kein Thema, jedenfalls nicht im Job. Seit 20 Jahren leidet sie unter entzündlichem Gelenkrheuma. In der Firma erzählt sie lieber nichts davon. Sie nehme Urlaub, wenn ein Eingriff an einem ihrer Gelenke erforderlich sei, berichtet sie dem Arzt, der sie in der Uniklinik betreut.

Ähnliche Geschichten hört Matthias Schneider, Rheumatologe an der Düsseldorfer Uniklinik, immer wieder. „Um nicht scheinbar unweigerlich in das Bild von Behinderung gesetzt zu werden, verbergen die meisten Patienten mit einer rheumatoiden Arthritis ihre Krankheit am Arbeitsplatz“, berichtete der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie in einer Presseveranstaltung.“

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Adelheid Müller-Lissner, Der Tagesspiegel)