Kennen Indianer wirklich keinen Schmerz? Bekannte Schmerzphänomene unter der Lupe

Quelle: Sanofi/Ibuflam
Quelle: Sanofi/Ibuflam

„Ein Indianer kennt keinen Schmerz – dieses bekannte Sprichwort hat wohl jeder in seiner Kindheit schon mal zu hören bekommen. Handelt es sich dabei nur um einen lockeren Spruch, oder steckt mehr dahinter? Und was sagt die Wissenschaft zu diesem und anderen Schmerzphänomenen?

Kennen Indianer wirklich keine Schmerzen? Wortwörtlich darf man diese Redensart selbstverständlich nicht nehmen. Und das ist auch gut so, denn akuter Schmerz ist für jeden ein wichtiges Warnsignal des Körpers und weist auf Verletzungen oder Schädigungen im Gewebe hin. Indianer haben eine besondere Art, mit Schmerzen umzugehen. Sie versuchen sich von Schmerzen durch Tanz, Trance und Konzentration auf ein „höheres Ziel“ abzulenken. In der Tat kommt die Wissenschaft zu dem Schluss, dass religiöse und magische Praktiken maßgeblichen Einfluss auf Schmerzempfinden und -bewältigung haben (1). Eindeutig geklärt ist der Ursprung der Redensart „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ jedoch nicht. Es gibt verschiedene Erklärungsansätze. So schrieb beispielsweise Karl May in „Der Schatz im Silbersee“ (2) über Indianer, dass sie „die größten Qualen ertragen ohne mit der Wimper zu zucken“ und die Schmerzen am Marterpfahl „mit lächelndem Munde“ quittieren. Bei ihrem Sonnentanz lassen sich Indianer scheinbar schmerzfrei die Haut durchbohren (3). Diese Zeremonie wird ebenfalls als mögliche Quelle für die Redensart angenommen.

Wer rastet, der rostet

Es muss nicht gleich ein ritueller Tanz sein, aber man kann trotzdem viel von den Indianern lernen: Es ist wichtig, aktiv und frühzeitig etwas gegen Schmerzen zu unternehmen. Akute Schmerzen lassen sich beispielsweise mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie Ibuflam® akut mit dem Wirkstoff Ibuprofen behandeln (4). Der Wirkstoff Ibuprofen ist für leichte bis mäßig starke Schmerzen das rezeptfreie Schmerzmittel der ersten Wahl in Deutschland schlechthin. 2016 waren rund die Hälfte (50,6 Prozent) aller in Deutschland verkauften Schmerzmittel in oraler Form Arzneimittel mit diesem Wirkstoff (5). Aus gutem Grund: Schließlich kann der Wirkstoff bei den häufigsten leichten bis mäßig starken Schmerzen zum Einsatz kommen. 91 Prozent aller Deutschen sind jährlich von Schmerz betroffen. Zu den häufigsten Schmerzarten gehören Rücken-, Nacken- und Schulterschmerzen (70 Prozent der Frauen, 57 Prozent der Männer) sowie Muskel- und Gelenkschmerzen (51 Prozent der Frauen, 51 Prozent der Männer) (6). Gerade hier gilt es, die akuten Schmerzen frühzeitig zu bekämpfen. Bei Schmerzen, die länger als drei Tage andauern, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Denn bleiben akute Schmerzen unbehandelt, geraten die Betroffenen in einen Teufelskreis und der Schmerz kann chronisch werden: Um den akuten Schmerz zu reduzieren, werden bestimmte Bewegungen vermieden und eine Schonhaltung wird eingenommen. Das verspannt die Muskulatur zusätzlich und verstärkt die Schmerzen. Zudem „rosten“ die Gelenke ein, denn der Knorpel in Gelenken wird aufgrund der falschen oder fehlenden Bewegung nicht mehr optimal mit Nährstoffen versorgt. Oder, wie es der Volksmund auf den Punkt bringt: „Wer rastet, der rostet“. Regelmäßige Bewegung (z.B. Schwimmen, Rad fahren, Spaziergänge) beugt also Schmerzen auch vor (7). Als weitere vorbeugende Maßnahmen sind eine Reduzierung sozialer und psychologischer Stressfaktoren (8) sowie eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung (9) zu empfehlen.

Ertragen Frauen wirklich mehr Schmerzen als Männer?

Entgegen der weitläufigen Meinung, dass Frauen mehr Schmerzen ertragen können, haben Untersuchungen gezeigt, dass Männer wohl tatsächlich „das stärkere Geschlecht“ sind (10). Im Experiment wurden Männer und Frauen einem Hitze- und Druckreiz ausgesetzt. Frauen schätzten die Schmerzintensität höher ein und hielten den Schmerz weniger lange aus als Männer. Demnach scheint das weibliche Nervensystem „empfindlicher“ zu sein und die Schmerzverarbeitung sensibler. Warum das so ist? Eindeutig geklärt ist diese Frage nicht, aber ein Faktor scheinen die Hormone Östrogen und Progesteron zu sein. In der Schwangerschaft führen hormonelle Veränderungen beispielsweise dazu, dass Frauen unempfindlicher gegenüber Schmerzen sind und beim Geburtsvorgang starke Schmerzen relativ gut ertragen können.“

Doch egal, ob nun zum Beispiel die Hormone oder mangelnde Bewegung die Ursache sind – Schmerzen können den Alltag zur Tortur werden lassen. Manche Dinge erträgt man gerne. Schmerzen nicht. Schnelle Hilfe ist also angesagt.

(1) Larbig, W. (1982). Schmerz: Grundlagen – Forschung – Therapie. Stuttgart: Kohlhammer.
(2) Der Schatz im Silbersee. Zeitschriftenfassung 1890/91. 12. Kapitel:Auf Tod und Leben.
(3) Prof. Dr. med. Matthias Karst (2014). Das Schmerz-Buch: Neue Wege wagen. Hannover: Schlütersche.
(4) Gebrauchsinformation Ibuflam® akut, Stand: August 2015.
(5) IMS Health, Sell-out in EUR, Analgetika Rezeptfrei N02B2, MAT 10/2013 und 10/2016.
(6) Umfrage TNS Healthcare, repräsentative Befragung bei 1.500 Personen 14+ in der deutschsprachigen Bevölkerung, Feldzeit: 27. bis 30. Juni 2008.
(7) Robert Koch Institut, Statistisches Bundesamt (2012): Rückenschmerzen. Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 53: S.17-22.
(8) Dossier der Deutschen Schmerzliga e.V. (2013): Chronischer Schmerz: Daten, Fakten, Hintergründe – Informationen der Deutschen Schmerzliga e.V.
(9) Göbel, H., Heinze,A.(2015). DGS-Praxisleitlinie primäre Kopfschmerzen v2.0. DGS-Praxisleitlinien Schmerzmedizin.
(10) http://www.dgss.org/patienteninformationen/besonderheiten-bei-schmerz/schmerz-und-geschlecht

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Jeder fünfte Mann über 50 erkrankt an Osteoporose

Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia

Osteoporose betrifft auch Männer. An der meist als typische Frauenkrankheit wahrgenommenen Krankheit leide jeder fünfte Mann über 50 Jahren, teilte das Kuratorium Knochengesundheit jetzt mit. 20 bis 30 Prozent der Patienten, die sich wegen Knochenbrüchen als Folge von Osteoporose behandeln lassen müssen, seien Männer, heißt es in der Mitteilung.

Die Ursachen für eine Osteoporose bei Männern und Frauen wichen allerdings stark voneinander ab. Bei neun von zehn Frauen trete die Krankheit aufgrund von Hormonveränderungen im Verlauf der Wechseljahre auf, die sich ungünstig auf den Knochenstoffwechsel auswirken. Bei Männern dagegen seien lediglich in 40 Prozent der Fälle Veränderungen im Hormonhaushalt für eine Osteoporose verantwortlich.

Vielmehr lägen bei 60 Prozent der männlichen Patienten spezifische Ursachen zugrunde, etwa Langzeittherapien mit Cortison-ähnlichen Präparaten bei Asthma, eine Überfunktion der Schilddrüse, Kalziummangel bei entzündlichen Darmerkrankungen, Nierenerkrankungen mit erhöhter Kalziumausscheidung oder Störungen des Vitamin-D-Stoffwechsels. Osteoporose bei Männern trete auch häufiger in Zusammenhang mit einer Parkinson-Erkrankung, Epilepsie oder bestimmten Krebserkrankungen auf, teilt das Kuratorium mit. Neben den krankheitsbedingten Faktoren existierten weitere Risiken, die sich aber gut vermeiden ließen, beispielsweise Alkoholmissbrauch, kalziumarme Ernährung, starkes Untergewicht oder Bewegungsmangel.

Studien zeigten, dass die Osteoporose eine unterdiagnostizierte Krankheit sei. «Männer werden viel seltener untersucht als Frauen», heißt es. Bei Frauen zögen Ärzte siebenmal häufiger eine Knochendichtemessung zur Diagnose heran als bei Männern. Und je älter die Patienten seien, desto seltener ordneten Ärzte die Knochendichtemessung an, besonders bei Männern. Die Zahl der an Osteoporose Erkrankten in Deutschland wird auf mehr als sechs Millionen geschätzt, Frauen sind fünf Mal häufiger betroffen als Männer.