Cannabis für Schwerkranke – Koalition will Hürden abbauen

Quelle: Petra Bork, pixelio.de
Quelle: Petra Bork, pixelio.de

„Cannabis auf Kassen-Kosten: Das soll für Schmerzpatienten schon bald möglich sein. Die Drogenbeauftragte hat sich nun öffentlich für ein entsprechendes Gesetz stark gemacht.

Seit Jahren hält die Debatte um eine Teil-Legalisierung von Cannabis für Schwerkranke bereits an – nun könnte sie bald ein Ende haben. Denn die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, hat in einem Interview mit der Zeitung „Die Welt“ angekündigt, den Cannabis-Gebrauch für bestimmte medizinische Indikationen zu erleichtern.

„Mein Ziel ist, dass in Zukunft mehr Menschen als bisher Cannabis als Medizin bekommen können“, sagte die CSU-Politikerin. „Für diese Patienten müssen die Kosten von den Krankenkassen erstattet werden.“ Noch in diesem Jahr solle das Gesetz durch den Bundestag gebracht werden. Tatsächlich arbeite das Gesundheitsministerium „unter Hochdruck“ an einer Regelung, bestätigte das Büro von Mortler auf Anfrage der „Ärzte Zeitung“.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) betonte: „Wir wollen, dass schwerkranke Menschen, denen nur durch Medizinalhanf geholfen werden kann, gut versorgt werden. Deshalb werden wir die rechtlichen Bedingungen, unter denen dies erfolgt, zeitnah anpassen.“ Dazu gehöre die Frage der Kostenerstattung durch die Krankenkassen in diesen medizinisch begründeten Fällen, aber auch die Frage, wie Missbrauch wirksam verhindert werden kann.“

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Jana Kötter, Ärzte Zeitung).

Das Leiden auf Rezept

„Sie haben immer Schmerzen. Unerträgliche. Geholfen hat Schmerzpatienten (bundesweit 12-15 Mio) bisher eine wöchentliche Therapie aus Infusionen und Spritzen gegen Nervenblockaden. Plötzlich aber wird diese Behandlung in Hessen nicht mehr bezahlt!

Nikolaus Dümpelmann (57): „Anfang Oktober informierte mich mein Arzt, dass ich nicht mehr wöchentlich 2 Infusionen und 1 Spritze für etwa 240 Euro bekommen kann. Nur noch 1 Infusion pro Quartal für 21 Euro. Mehr darf er nicht mehr abrechnen.“

Folgen: Die Patienten können sich nicht mehr rühren. Oder müssen starke Schmerztabletten mit schlimmen Nebenwirkungen nehmen. Dümpelmann: „Wenn man dann operiert werden muss – z.B. am Magen – zahlen die Kassen lieber die viel höheren Kosten. Ein krankes System. Und niemand fühlt sich verantwortlich. Einer schiebt’s auf den anderen.“

Der Ausschuss beim Bundesgesundheitsminister, der den Leistungskatalog im Gesundheitswesen festlegt, winkt ab, BKK-Landesverband und Kassenärztliche Vereinigung Hessen auch.“

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Christine Horstkorte, BILD).