Weniger Bürokratie bei Akupunktur

Quelle: Harald Wanetschka, pixelio.de
Quelle: Harald Wanetschka, pixelio.de

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat sich mit dem GKV-Spitzenverband darauf geeinigt, die Prüfung der ärztlichen Dokumentation von Akupunkturbehandlungen für zwei Jahre auszusetzen. Gute Nachrichten für Ärzte – und durch den geringeren Arbeitsaufwand hoffentlich auch für Patienten.

Die Dokumentationsprüfungen für Akupunkturbehandlungen chronisch schmerzkranker Patienten sind für die nächsten zwei Jahre nicht mehr verpflichtend vorgeschrieben. Darauf haben sich KBV und Kassen geeinigt. Das Moratorium beginnt am 1. Januar 2016.

„Für die Ärzte verringert sich damit der bürokratische Aufwand, der mit der Überprüfung verbunden ist“, schreibt die KBV. Die „Qualitätssicherungsvereinbarung Akupunktur“ sieht eine jährliche Prüfung der Behandlungsdokumentation durch die KVen bei mindestens fünf Prozent der Ärzte vor, die Akupunkturleistungen erbringen.

Überprüft wird etwa, ob die Dokumentationsinhalte vollständig erfasst sind. „Aufgrund der geringen Zahl von Beanstandungen“, heißt es, sei diese Prüfung „nun nicht mehr verpflichtend“.

Allerdings stehe es den Kassenärztlichen Vereinigungen frei, die Akupunktur-Dokumentationen weiterhin stichprobenartig zu kontrollieren. Ende Juni 2017 wollten KBV und GKV-Spitzenverband dann erneut über die Prüfpflicht entscheiden.

Ausdrücklich weist die KBV darauf hin, dass sich mit dem Aussetzen der Prüfungen nichts an der Verpflichtung der Ärzte, die Akupunkturleistungen zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen erbringen, ändere, „den Therapieplan sowie die Eingangs- und Verlaufserhebung in der Patientenakte zu dokumentieren“.

Akupunktur ist Kassenleistung nur bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule und chronischen Schmerzen im Kniegelenk durch Knorpelverschleiß (Gonarthrose).

Millionen Schmerzpatienten werden nicht optimal versorgt

„Migräne-Attacken, Rückenschmerzen, entzündete Gelenke – wird der Schmerz zum ungebetenen Dauergast, ist kompetente Hilfe nötig. Doch die Ärzte haben unterschiedliche Ansichten über den richtigen Weg.

Rund 2,8 Millionen Bundesbürger leiden unter schweren chronischen Schmerzen – laut Schmerzmedizinern werden die meisten aber nicht optimal versorgt. Darauf machte der Berufsverband der Schmerzmediziner (BVSD) im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur aufmerksam.

Hinter der Kritik steckt ein Streit in der Ärzteschaft darüber, wie die optimale Versorgung der betroffenen Patienten aussieht. Es geht dabei auch ums Geld.“

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Basil Wegener, Frankfurter Neue Presse).