Schmerz-ABC für Kinder: Wenn die Kleinsten chronisch leiden

Quelle: SWR2
Quelle: SWR2

Am 12. August 2015 lief auf SWR2 die Sendung „Schmerz-ABC für Kinder: Wenn die Kleinsten chronisch leiden“.

Zwei Millionen Kinder und Jugendliche hierzulande leiden unter chronischen Schmerzen. Zum Teil sind sie so stark beeinträchtigt, dass auch ihr ganzer Alltag davon bestimmt wird.

Der Beitrag, der über diesen Link in der ARD-Mediathek zu finden ist, dauert 27:30 Minuten.

Informationsabend der Initiative Schmerzlos im Taunusgymnasium Königstein

Über 80% der 12- bis 19-jährigen Schüler litten in den zurückliegenden sechs Monaten unter Kopfschmerzen. PD Dr. med. Charly Gaul, Chefarzt der Migräne und Kopfschmerz Klinik in Königstein im Taunus und Dipl.-Psychologin Eva Liesering-Latta, leitende Psychologin der Migräne und Kopfschmerz Klinik, haben am 22. Juni 2015 im Taunusgymnasium Königstein einen Informationsabend, unterstützt durch die Initiative Schmerzlos, zu diesem Thema gestaltet.

Kopfschmerzen und Migräne erzeugen auch bei Jugendlichen einen großen Leidensdruck und beeinträchtigen deren Lebensqualität. Häufige Schmerzen können schlechtere Leistungen bis hin zum Schulausfall nach sich ziehen und den Alltag erheblich erschweren.

PD Dr. med. Charly Gaul Quelle: Pressemitteilung FleishmanHillard
PD Dr. med. Charly Gaul
Quelle: Pressemitteilung FleishmanHillard
Dipl.-Psychologin Eva Liesering-Latta Quelle: Pressemitteilung Fleishman Hillard
Dipl.-Psychologin Eva Liesering-Latta
Quelle: Pressemitteilung FleishmanHillard

PD Dr. med. Charly Gaul und Dipl.-Psychologin Eva Liesering-Latta haben eindrucksvoll erläutert, wie die Kopfschmerzen behandelt werden können und welche Formen der Vorbeugung es gibt. Darüber hinaus wurden auch die Ursachen und Auslöser besprochen. „Viele Eltern, Lehrer und die Jugendlichen selbst nehmen Kopfschmerzen oftmals nicht ernst, bagatellisieren sie oder wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen, gerade während des Unterrichts. Dadurch riskieren sie vor allem bei regelmäßig wiederkehrenden Schmerzen eine Chronifizierung“, so Gaul.

An Informationen und Angeboten, die speziell auf die Bedürfnisse von Jugendlichen mit Kopfschmerzen eingehen, mangelt es derzeit in Deutschland. Aus diesem Grund wurde im September 2013 von Reckitt Benckiser Deutschland in Zusammenarbeit mit renommierten Neurologen, Pädiatern und Schmerzexperten die Initiative Schmerzlos ins Leben gerufen. Sie klärt über unterschiedliche Schmerzarten bei Jugendlichen und deren altersgerechte Behandlungsoptionen, nicht medikamentöse und medikamentöse, auf. Darüber hinaus informiert die Initiative über Möglichkeiten der Prävention.

Ausführliche Ratschläge zum Thema Schmerzen bei Jugendlichen gibt es auf folgenden Webseiten:

http://www.migraene-klinik.de

http://www.stopp-den-kopfschmerz.de

http://dmkg.de/kinderkopfschmerz

http://www.initiative-schmerzlos.de

Mobbing tut richtig weh – oft dauerhaft

Quelle: Fotostudio Works/Lehre Villach, pixelio.de
Quelle: Fotostudio Works/Lehre Villach, pixelio.de

„Mobbing, körperliche und sexuelle Misshandlungen sowie Konflikte in der Familie begünstigen chronische Schmerzen bei Jugendlichen – und die dauern oft bis ins Erwachsenenalter an. Das zeigt eine aktuelle niederländische Studie.

Chronische Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen sind keine Seltenheit, in Studien waren je nach Definition ein Zehntel bis ein Viertel der Minderjährigen betroffen.

Problematisch werden solche Schmerzen, wenn sie über Jahre hinweg persistieren: Dann können sie die Leistungen in der Schule beeinträchtigen und die Kinder daran hindern, Hobbys und Freizeitaktivitäten nachzugehen oder sich einen Freundeskreis aufzubauen.

Auch gibt es Hinweise, dass viele Erwachsene mit chronischen Schmerzen schon in der Kindheit unter solchen litten, häufig an Bauch- und Kopfschmerzen oder Schmerzen in den Extremitäten, berichten Psychiater um Jessica Voerman von der Erasmus-Universität in Rotterdam.

Zudem wird berichtet, dass junge Erwachsene mit chronischen Schmerzen in der Kindheit vermehrt missbraucht oder gemobbt worden sind.“

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Thomas Müller, Ärzte Zeitung).

Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen im Fokus

Erfreulicherweise bereits am zweiten Tag waren Schmerzen im Kindes- und Jugendalter im Fokus eines Lunchseminars des 26. Deutschen interdisziplinären Schmerz- und Palliativkongresses in Frankfurt am Main. Insbesondere Prävention und Therapie von Kopf-, Rücken- und Menstruationsschmerzen bei Jugendlichen sowie die Versorgung jugendlicher Schmerzpatienten standen auf der Tagesordnung. Veranstalter des Symposiums waren die „Initiative Schmerzlos“ zum richtigen Umgang mit Schmerzen bei Jugendlichen sowie das Unternehmen Reckitt Benckiser.

v.l. Prof. Evers, Dr. Pothmann, Dr. Gendolla, Dr. Längler
v.l. Prof. Evers, Dr. Pothmann, Dr. Gendolla, Dr. Längler

Chronische, also langfristig anhaltende Schmerzen nehmen im höheren Lebensalter zu. Aber dass gerade Kopf-, Rücken- und Menstruationsschmerzen bei Jugendlichen einen großen Leidensdruck erzeugen und deren Lebensqualität beeinträchtigen, geht leider häufig unter. Laut Dr. med. Raymund Pothmann, Leiter des Zentrums Integrative Kinderschmerztherapie und Palliativmedizin „Delfin Kids“ und des Kinderhospizes Sternenbrücke in Hamburg, sei etwa jedes sechste Schulkind von Kopfschmerzen betroffen und als beratungs- bzw. behandlungsbedürftig einzustufen. Auch, so Dr. med. Astrid Gendolla, Fachärztin für Neurologie, Spezielle Schmerztherapie und Psychotherapie aus Essen, litten etwa 10 bis 20% aller Jugendlichen an muskuloskelettalen Schmerzen und Studien zufolge zwischen 43 und 91% der heranwachsenden Mädchen unter Menstruationsbeschwerden.

Was also tun? Sowohl in ihren Vorträgen als auch in der Pressekonferenz zum selbigen Thema forderten Pothmann und Gendolla den Ausbau eines altersgerechten Behandlungsangebots – sowohl aus inhaltlicher als auch geografischer Sicht. Weite Teile des Landes, gerade die neuen Bundesländer, seien unterversorgt. „Mit effizienten Maßnahmen lässt sich ein nachhaltiges Ergebnis bei drei von vier Jugendlichen erzielen“, so Pothmann. Auch das Thema Aufklärung kam immer wieder zur Sprache. Aber nicht nur die betroffenen Kinder und Jugendlichen selbst müssten besser aufgeklärt werden, sondern vor allem auch deren Umfeld.

Laut einer Studie von Synovate im Auftrag von Reckitt Benckiser aus dem Jahr 2010 zur Selbstmedikation bei Schmerzen in Europa, sind mehr als die Hälfte aller Deutschen (53%) der Meinung, sie seien gut über den Umgang mit Schmerzen bei Kindern informiert. Prof. Dr. med. Dr. phil. Stefan Evers, Chefarzt der Neurologischen Klinik II im Krankenhaus Lindenbrunn in Coppenbrügge und Generalsekretär der International Headache Society, welcher die Studie vorstellte, zeigten sich deutsche Eltern aber sehr zurückhaltend, wenn es um die Behandlung der Schmerzen ihrer Kinder geht. Seine Forderung: Aufklärung über die gegebene Sicherheit von Schmerzmitteln bei angemessenem Gebrauch.

Bauchweh im Kopf

Quelle: Blick.ch
Quelle: Blick.ch

„Was bei Kindern und Jugendlichen mit Übelkeit beginnt, ist oft eine Migräne. Gesunder Lebensstil kann die schmerzhaften Kopfwehattacken verhindern.

Immer wenn Nicolas Isler aus Baldigen AG sich erbrechen muss, weiss Mutter Martina, dass es den Zehnjährigen wieder erwischt hat. Er leidet seit seinem fünften Lebensjahr an Migräne. Damit ist der Fünftklässler in guter Gesellschaft, haben in der Schweiz doch rund eine Million Menschen regelmässig Migräneattacken. Frauen sind dabei dreimal so oft betroffen wie Männer – zumindest in der hormonell aktiven Phase von 15 bis 50 Jahren.
Migräne ist eine Erkrankung des Nervensystems im Gehirn – mit vielfältigen Symptomen. Attacken kündigen sich meist ein bis zwei Tage vorher mit Stimmungsschwankungen, Gereiztheit und Harndrang an. Jeder Zehnte erlebt kurz vorher eine Sehstörung.“

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Thomas Vogel, Blick)