Allein unter Ärzten und Therapeuten

Deutscher Schmerzkongress 2014 Quelle: Homepage
Deutscher Schmerzkongress 2014
Quelle: Homepage

Am Samstag ging in Hamburg der Deutsche Schmerzkongress zu Ende. Zielgruppe: Mediziner, Algesiologen, Physiologen, Psychologen, Psycho-, Physio- und Ergotherapeuten. Und ich mittendrin. „Was wir brauchen, ist eine abgestufte Versorgung, die sicherstellt, dass jeder erhält, was er zur Behandlung seiner Beschwerden erfordert. Es kommt darauf an, dass die Behandlung von Schmerzen noch deutlicher in der Versorgungswirklichkeit verankert und die stationäre sowie ambulante Versorgung verbessert wird. Wir brauchen einen Versorgungsplan für Deutschland“, sagte Prof. Thomas Tölle, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft, auf der Pressekonferenz des Kongresses.

Ein zentrales Thema des Kongresses war, wie Mediziner und Therapeuten ihre Patienten unterstützen können, ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren. „Patienten mit chronischen Schmerzen können sehr viel tun, um mit ihrer Krankheit besser umzugehen. Es reicht nicht aus, nur Medikamente einzunehmen. Vielmehr müssen die Patienten selbst aktiv werden, sich trotz Kopfschmerzen beispielsweise regelmäßig bewegen oder Entspannungsübungen ausführen. Das kann auf Dauer sehr wirksam sein“, sagte Tölle. Man müsse daher dem Gespräch mit dem Patienten noch viel mehr Aufmerksamkeit und Zeit widmen. Ich bin gespannt, ob sich Ärzte und Therapeuten diese Zeit nehmen.

Die wirksamste Therapie, so die Experten, sei eine vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung. Diese sehen die Ärzte durch die fortschreitende Ökonomisierung in der Medizin in Gefahr. Sie wollten mit diesem Kongress auch Impulse setzen, um die Schmerztherapie aus den ökonomischen Zwängen zu befreien, damit die Schmerztherapie Kranke wirklich befreit. Eine sehr beeindruckende Rede zu diesem Thema hielt Prof. Dr. Giovanni Maio, Mediziner, Philosoph und Universitätsprofessor für Bioethik.

In den kommenden Tagen werde ich über die neuesten Erkenntnisse, die während des Schmerzkongresses präsentiert wurden, berichten und hoffe auch einige Charts zeigen zu dürfen.

22.-25. Oktober, Hamburg: Deutscher Schmerzkongress

„Unter dem Motto „SCHMERZTHERAPIE BEFREIT – BEFREIT SCHMERZTHERAPIE“ treffen sich über 2.500 Schmerzexperten, Forscher, Wissenschaftler, Ärzte, Psychologen, Pflegende und Physiotherapeuten sowie die interessierte Fachöffentlichkeit zum Deutschen Schmerzkongress vom 22. bis zum 25. Oktober 2014 in Hamburg, der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen Schmerzgesellschaft und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG).

Das diesjährige Motto „SCHMERZTHERAPIE BEFREIT – BEFREIT SCHMERZTHERAPIE“ macht deutlich: Die Erfolge der Schmerztherapie sind groß, aber der diesjährige Kongress wird explizit auch die Einflussfaktoren, Beschränkungen und Tabus erörtern, die die Behandlung von Schmerzerkrankungen erschweren und zu Fehlbehandlungen führen können. Eine zentrale Rolle spielt hier die fortschreitende Ökonomisierung der Medizin aber auch weitere „Tabuthemen“, die oftmals durch das gesellschaftliche Umfeld definiert sind und manchmal hinter den großen Herausforderungen der Schmerztherapie wie der Behandlung von chronischen Schmerzen, der Akutschmerztherapie oder aber der Tumorschmerztherapie verschwinden: Mehrere Symposien des Kongresses beschäftigen sich von daher mit den Zusammenhängen zwischen Schmerz und Sexualität, aber auch mit den Zusammenhängen zwischen Gewalterfahrungen im Kindesalter und der Entstehung chronischer Schmerzen.

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