Mediziner und chronisch Kranke fordern Kostenübernahme von Medikamenten auf Cannabisbasis

„Mit einer Online-Petition setzen sich Mediziner und chronisch Kranke für die Kostenübernahme einer Behandlung mit Medikamenten auf Cannabisbasis ein.

Die am Mittwoch freigeschaltete Petition fordert außerdem, dass der Bundestag sicherstellt, dass Patienten aufgrund einer notwendigen und ärztlich bescheinigten medizinischen Verwendung von Cannabis-Produkten nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden sollen.

Die vom Verein „Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin“ initiierte Petition wird nach Auskunft von Vereinsvorstand Franjo Grotenhermen unter anderem vom ehemaligen Präsidenten der Berliner Ärztekammer, Ellis Huber, unterstützt.

Die Petition kann 28 Tage lang gezeichnet werden. Sollten 50 000 Unterstützer zusammenkommen, muss sie vom Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages öffentlich beraten werden.

Vor drei Wochen hatte das Verwaltungsgericht in Köln drei chronischen Schmerzpatienten erlaubt, als „Notlösung“ in ihren Wohnungen Cannabis anzubauen, da Cannabis-Medikamente wegen fehlender Kostenübernahme für sie unerschwinglich seien.“

Hier der Link zum News-Blog (Gina Luisa Metzler/Jan David Sutthoff, Huffington Post)

10 Krankheiten, bei deren Behandlung Cannabis helfen kann

Cannabis als Hilfe zur Behandlung von Krankheiten Quelle: pixelio.de
Cannabis als Hilfe zur Behandlung von Krankheiten
Quelle: Petra Bork, pixelio.de

„Cannabis ist in Deutschland nicht legal, auch nicht zum Einsatz bei schwerkranken Patienten. Nur wenige Menschen dürfen auf eine Ausnahmeregelung hoffen.

Dabei kann Cannabis erwiesenermaßen mindestens die Symptome einer Vielzahl von Krankheiten lindern. In Ländern wie den USA und Holland, wo die Droge zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden darf, nutzen Ärzte es bereits vielfach.

Ganz nebenbei verursachen die Hauptwirkstoffe THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) keine Nebenwirkungen – im Gegensatz zu vielen legalen Medikamenten.“

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Gina Luisa Metzler, Huffington Post)

Kein Allheilmittel für jeden Schmerz

„Früher haftete Cannabis nichts Verbotenes an, heute ist es für Schmerzpatienten schwierig, an Cannabis-Produkte zu gelangen. Mediziner in Deutschland verordnen Cannabis vor allem Patienten mit Multipler Sklerose oder Krebs.

In der Generation unserer Urgroßeltern haftete Cannabis noch nichts Verbotenes an: Sie tranken es als Tee, um Beschwerden zu lindern, Frauen legten es sich gegen Menstruationsbeschwerden auf den Bauch, erzählt Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin und Leiter des Schmerz- und Palliativzentrums Göppingen. Die aus den weiblichen Blüten der Hanfpflanze gewonnenen Extrakte sind ein uraltes Heilmittel, erstmals schriftlich dokumentiert wurde die medizinische Nutzung von Cannabis in einem fast 5000 Jahre alten chinesischen Lehrbuch. Bis Ende der 1920er Jahre war Cannabis auch problemlos in Form alkoholischer Extrakte als Medikament verfügbar, und wer wollte, konnte sich Hanf auch selbst anbauen.“

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Pamela Dörhöfer, Frankfurter Rundschau)

Was bringt Cannabis in der Schmerztherapie?

Christoph König im Gespräch mit Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin, zum Thema Cannabis in der Schmerztherapie.

Hier der Link zum Interview (SWR Mediathek)

Gericht erlaubt Schwerkranken Cannabis-Anbau

Cannabis-Pflanze Quelle: pixelio.de
Cannabis-Pflanze
Quelle: Susanne Schmich, pixelio.de

Jetzt ist es raus: Schwerkranke dürfen in Einzelfällen Cannabispflanzen für medizinische Zwecke anbauen. Das Urteil eines Kölner Gerichts ist ein großer Erfolg für Schmerzpatienten.

  • In Einzelfällen ist der Eigenanbau von Cannabispflanzen zu therapeutischen Zwecken nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Köln möglich
  • Von diesem Urteil könnten chronisch kranke Patienten profitieren, denen außer der Droge Cannabis nichts gegen ihre Schmerzen hilft
  • Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte fürchtet große Risiken durch einen Eigenanbau der Droge
  • Wie gut die Inhaltsstoffe von Cannabispflanzen gegen Schmerzen wirken und welche Nebenwirkungen es gibt, ist noch unzureichend untersucht

In Deutschland gab es bereits rund 300 Menschen mit chronischen Schmerzen, die eine Ausnahmegenehmigung besitzen: Sie durften Cannabis erwerben, weil ihnen von ärztlicher Seite attestiert worden war, dass Hanf ihr Leiden lindern kann und sie somit die Chance auf ein einigermaßen erträgliches Leben haben.

Allerdings ist Cannabis aus der Apotheke zu teuer für schwerkranke Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen in aller Regel nicht oder nur wenig arbeiten können. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten von rund 600 Euro im Monat in der Regel nicht. Eine echte Alternative ist der Anbau von Cannabis. Aber das war bisher verboten.

Ausgerechnet das Bundesgesundheitsministerium war der Meinung, der Anbau von Cannabis in der Privatwohnung eines Schwerkranken müsse zurückstehen gegenüber dem Schutzinteresse der Bevölkerung. Man sah Cannabis offenbar noch immer als gefährliche Einsteigerdroge.

Aber es geht hier nicht um die Verharmlosung von Cannabis. Es geht hier um Menschen wie die drei Kläger vor dem Kölner Verwaltungsgericht. Sie sind schwer krank, haben alle anderen möglichen Therapien erfolglos durchlaufen. Für sie gibt es keine andere Option.