Wie Depressionen und Schmerzen zusammenhängen

Quelle: Bernd Kasper, pixelio.de
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Wer unter chronischen Schmerzen leidet, der bekommt schneller Depressionen. Doch beides ist auch in die andere Richtung viel enger verzahnt, als die meisten denken: Seelischer Druck kann körperliche Leiden auslösen.

Schmerzen drücken auf die Stimmung. Das kann jeder nachvollziehen, dem schon einmal über Tage der Rücken bei jeder Bewegung schmerzte. Dass Menschen, die chronisch unter Schmerzen leiden irgendwann derart in ein ebenfalls krankhaftes Tief abrutschen und depressiv werden können, ist schon lange bekannt. Es scheint so selbstverständlich zu sein, dass man es dabei belassen möchte. Das aber hätte schwerwiegend Folgen für die Behandlung Betroffener gehabt.

Denn in 50 Prozent der Fälle treten Schmerz und Depression zwar gemeinsam auf. Dabei ist aber nicht immer die seelische Schieflage Folge chronischen Schmerzes. Es kann auch umgekehrt sein. Depressive empfinden so zum Beispiel oft Scherzen intensiver. Manchmal ist der Schmerz sogar ein Symptom der Depression.

Hier der Link zum vollständigen Artikel von Tanja Walter, Rheinische Post.

Antidepressiva plus Schmerzmittel: erhöhte Gefahr für Hirnblutung

Quelle: Harald Wanetschka, pixelio.de
Quelle: Harald Wanetschka, pixelio.de

65 Prozent der Menschen mit einer Depression leiden auch unter chronischen Schmerzen. So könnte eine neue Studie aus Korea besonders interessant für diese Zielgruppe sein. Denn werden Antidepressiva und Schmerzmittel miteinander kombiniert, könnte dies die Gefahr für Hirnblutungen erhöhen. Die koreanischen Forscher mahnen daher zu erhöhter Wachsamkeit, wenn Mittel aus diesen Wirkstoffgruppen gleichzeitig eingenommen werden.

Nahmen Personen zusätzlich zu Antidepressiva auch Schmerzmittel ein, die der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) angehörten, stieg ihr Risiko an, innerhalb von 30 Tagen eine Hirnblutung zu erleiden. Dies habe insbesondere auf Männer zugetroffen, berichtet das Team koreanischer Forscher in der medizinischen Fachzeitschrift The BMJ. Ihre Ergebnisse bestätigten frühere Studien, in denen eine Kombination von Antidepressiva mit NSAR, zu denen unter anderem Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin), Ibuprofen oder Diclofenac zählen, mit mehr Risiken behaftet sei.

Die Forscher betonen allerdings, dass unter Umständen auch Faktoren, die in ihrer Studie nicht berücksichtigt worden seien, einen Einfluss auf die Ergebnisse gehabt haben könnten. Eine Interpretation sei deshalb nur mit Vorsicht möglich. Trotzdem sollten Menschen, die Medikamente aus beiden Gruppen einnehmen, besonders wachsam sein, so ihr Rat. Dem schließen sich auch Forscher aus Großbritannien in einem begleitenden Editorial an. Sie betonen, dass sowohl Antidepressiva als auch Schmerzmittel weit verbreitete Medikamente seien und dass die Krankheitsbilder, bei denen diese Mittel zum Einsatz kommen, oft gemeinsam auftreten.

Kranken besser helfen

„Angehäuftes Fachwissen und Wirklichkeit klaffen im medizinischen Alltag allzu oft auseinander – egal ob es um eine Psychotherapie, Operationen oder die Versorgung mit den richtigen Medikamenten geht.

Patienten können nicht sicher sein, nach dem Stand des medizinischen Wissens behandelt zu werden. Das zeigen Beispiele aus dem Alltag der Gesundheitsversorgung, etwa bei der Zuckerkrankheit, dem Rückenschmerz, der Herzschwäche, der Arzneiversorgung im Alter oder der Anwendung von Herzkathetern. Kritisch untersucht wird all dies im „Versorgungs-Report 2013/2014“ des wissenschaftlichen Instituts der AOK (Schattauer Verlag, 346 Seiten, 54 ,99 Euro).“

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Rosemarie Stein, Der Tagesspiegel)