Es gibt 37 Arten von Kopfschmerzen…

Quelle: Rainer Sturm, pxelio.de
Quelle: Rainer Sturm, pxelio.de

…und Werbung, die alle gleichzeitig bei mir auslösen.

Zum einen sind der heutigen Medizin nicht 37, sondern über 250 verschiedene Arten von Kopfschmerzen bekannt (Internationale Kopfschmerz-Klassifikation (ICHD-2).

Zum anderen bezeichnen unabhängige Verbraucherorganisationen, wie z.B. die Stiftung Warentest, die Wirkstoffkombination Acetylsalicylsäure + Paracetamol + Coffein als „wenig geeignet bei Schmerzen, Fieber sowie beim Migräneanfall“. Es sei eine nicht sinnvolle Kombination von Schmerzmitteln. Die therapeutische Wirkung verbessere sich nicht zuverlässig, unerwünschte Effekte hingegen könnten gleichzeitig auftreten.

Doch was mich am allermeisten aufregt ist die Tatsache, dass Schmerzmittelwerbung sehr oft suggeriert, eine Pille könne Kopfschmerzen einfach so „wegzaubern“. Bei akuten Kopfschmerzen mag das manchmal gelingen. Nur leider greifen auch viele Menschen mit chronischen Kopfschmerzen zu Medikamenten mit genannter Wirkstoffkombination. Werbung als auch Homepage des Herstellers des bekanntesten Präparats mit dieser Wirkstoffkombination machen da leider keinen Unterschied.

Alltägliches Doping mit Ibuprofen

„Aspirin war gestern. Heute schlucken die Deutschen dauernd Ibuprofen – gegen Kater, bei Fieber oder vor dem Marathon. Das kann böse enden.

Es ist nicht lange her, da war Deutschland Aspirin-Land. Wenn man Kopfschmerzen hatte, eine Erkältung, Fieber, dann nahm man eine Tablette mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure, kurz ASS, besser bekannt unter dem Markennamen des ersten und bis heute dominanten Herstellers Bayer: Aspirin. Mittlerweile gibt es viele günstige Varianten der Tablette, doch die Bezeichnung Aspirin ist Synonym für den gesamten Markt geblieben. Aspirin, das Original, gibt es seit 1899, es ist ein deutsches Traditionsprodukt und rezeptfrei.“

aspirin-wird-vom-thron-gestossen-ibuprofen-ist-der-deutschen-liebstes-schmerzmittel

trotz-groesserer-stueckzahl-ist-der-umsatz-von-ibuprofen-relativ-gering

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Lisa Nienhaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung)