Rückenschmerz

Was sind die Ursachen von Rückenschmerzen?

Glücklicherweise stecken hinter Rückenschmerzen nur sehr selten ernsthafte Erkrankungen. Krebs- und Rheumaleiden sind bei weniger als einem Prozent der Betroffenen die Schmerzursache, nur vier bis sieben Prozent gehen auf das Konto von Bandscheibenvorfällen oder Einengungen des Wirbelkanals.

Bei der Mehrzahl, etwa neun von zehn Patienten, handelt es sich demgegenüber um sogenannte „funktionelle“ oder „unspezifische“ Rückenschmerzen.

Das bedeutet, die Beschwerden lassen sich nicht auf eindeutige ursächliche Krankheitsprozesse zurückführen. Sie sind nicht das Ergebnis von Veränderungen an der Wirbelsäule, sondern Störungen im komplexen System aus Muskeln, Gelenken und Bändern des Rückens. Manche Muskeln sind überfordert, andere unterfordert, sie verhärten und verkürzen sich. Schuld daran sind häufig Bewegungsmangel, Fehlhaltungen, zu wenig Entspannung oder Stress in der Familie und am Arbeitsplatz. Vielen Menschen sind diese Zusammenhänge nicht bewußt: die Entstehung von chronischem Rückenschmerz hat sehr viel mit dem Alltagsleben zu tun, mehr sogar als mit der Wirbelsäule an sich.

Wie wird aus akutem Rückenschmerz chronischer Rückenschmerz?

Es gibt nicht nur eine Ursache für chronische Rückenschmerzen. Körperliche Über- oder Unterforderung sowie Fehlhaltungen und Belastungen am Arbeitsplatz spielen bei der Chronifizierung von Schmerzen eine Rolle. In der Regel ist Dauerschmerz die Antwort des Körpers auf ein mehrfach gestörtes Zusammenspiel von akutem Schmerz, falschem Schonungsverhalten und Problemen in Beruf und Familie.

Bei akuten Schmerzen neigen viele Menschen dazu, körperliche und soziale Aktivitäten zu meiden. Aus Furcht, die Schmerzen zu verschlimmern, treiben sie keinen Sport mehr und gehen nicht mehr aus. Doch das Gegenteil ist der Fall: Mangelnde Bewegung schwächt und verändert Muskeln, Gelenke und Bänder und fördert so Fehlhaltungen, Verspannungen und erneute Schmerzen. Mit dem Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben geht Lebensfreude verloren, was wiederum Angst und Depressionen begünstigt. Damit schließt sich ein Teufelskreis aus Angst und Schmerzverstärkung. Darum lauten die drei wichtigsten Empfehlungen bei akuten Schmerzen: 1. Schonung ist nur für kurze Zeit nötig. 2. Wichtig ist eine ausreichende Schmerztherapie. 3. Sie ist die Voraussetzung für eine zügige Rückkehr in die normale Alltagsaktivität.

Das heißt aber nicht, körperliche Warnzeichen völlig zu ignorieren. Denn nicht nur Ängstlichkeit und Depressivität sind Risikofaktoren für die Chronifizierung von Schmerzen. Menschen, die nicht auf die Warnsignale ihres Körpers hören und sich ständig überlasten, sind nämlich ebenso gefährdet. Akuter und vor allem wiederkehrender Rückenschmerz kann auf seelische Belastungen im Arbeits- oder Privatleben hinweisen. Das kann monotone, langweilige Arbeit oder zu wenig selbstbestimmtes Arbeiten sein, Überforderung im Job, Zeitdruck, Mobbing, Stress in Arbeit oder Familie, oder Angst vor Versagen oder Arbeitslosigkeit.

Quelle: Deutsche Schmerzliga e.V.

2 Gedanken zu “Rückenschmerz

  1. Ich glaube auch, dass mangelnde Bewegung sowieso Stress die Hauptursachen für die steigende Anzahl von Menschen mit Rückenschmerzen ist. Ich kenne es aus eigener Erfahrung, dass das lange Arbeiten im Büro, wo man haupsächlich sitzt, zu Rückenbeschwerden führen können. Der berufliche Stress tat sein Übriges dazu und schon hatte ich chronische Beschwerden. Nur durch die Stärkung der Rückenmuskulatur durch gezielte Übungen und ausreichend Bewegungspausen in der Arbeitszeit konnte ich große Fortschritte erzielen. Mittlerweile achte ich darauf, nach der Arbeit mehrmals die Woche Sport zu machen, anstatt mich wie früher vor den Fernseher zu setzen und habe schon seit Wochen keine derartigen Beschwerden mehr, wie ich sie von früher kannte.

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