Trigeminusneuralgie

Bei einer Trigeminusneuralgie kommt es zu plötzlich einschießenden, nur Sekunden andauernden, elektrisierenden Schmerzen in einem oder zwei benachbarten Ästen des Nervus trigeminus (großer Gesichtsnerv mit drei Endästen). Solche Attacken können spontan auftreten oder beim Kauen, Sprechen oder Zähneputzen ausgelöst werden – manchmal reicht auch bereits kalter Wind. Für die meisten Patienten mit einer Trigeminusneuralgie lässt sich keine Ursache der Erkrankung aufdecken. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die meisten Erkrankten sind im höheren Lebensalter. Die Krankheit kann durchaus auch bei Kindern und jungen Erwachsenen auftreten, insbesondere dann ist es jedoch wichtig mit einer Kernspintomographie des Kopfes und einer neurologischen Untersuchung andere Ursachen einer Trigeminusneuralgie auszuschließen, beispielsweise eine Entzündung des Nerven im Austrittsbereich aus dem Hirnstamm. Eine Trigeminusneuralgie tritt häufiger im Winter als im Sommer auf und kann sich auch in kurzen Abständen wiederholen und auch wieder verschwinden. Häufigste Ursache einer Trigeminusneuralgie ist ein im Bereich des Hirnstammes gelegenes Gefäß, das durch die sich ständig wiederholende Pulswelle eine Reizung und Schädigung des Trigeminusnervs beim Austritt aus dem Hirnstamm verursacht (neurovaskuläre Kompression=Druckschädigung des Nerven durch den Gefäß-/Nerven-Kontakt). Eine Entzündung im Bereich einer Zahnwurzel kann zu ähnlich elektrisierenden Schmerzen führen wie bei einer Trigeminusneuralgie. Deshalb sollte eine zahnärztliche Untersuchung und gegebenenfalls eine Röntgenaufnahme der Zähne erfolgen, wenn die Trigeminusneuralgie im 2. oder 3. Ast (im Ober- oder Unterkieferbereich) ausgeprägt ist.

Die Behandlung der Trigeminusneuralgie erfolgt in erster Linie mit Antikonvulsiva. Hierbei handelt es sich um Medikamente, die zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt werden, die zu einer Verminderung der Nervenaktivität führen und damit den Schmerz „beruhigen“. Für Patienten, die auf die medikamentöse Behandlung unzureichend ansprechen, stehen auch operative Eingriffe zur Verfügung. Durchgeführt werden kann ein Eingriff im Bereich des Gefäß-Nerven-Austritts aus dem Hirnstamm. Hier wird dann operativ ein Teflonpolster zwischen Gefäß und Nerv eingelegt, um den Nerven zu schützen (Operation nach Jannetta). Dieser Eingriff hat eine sehr gute Ansprechrate. Außerdem ist auch eine Druckbehandlung des Trigeminusnerven mit einem Ballon oder eine Erhitzung (Thermokoagulation) im Bereich des Nervenknotens (Ganglion trigeminale) möglich. Auch diese Verfahren sind gut wirksam. Nach einigen Jahren kommt es hier jedoch häufiger zur Wiederkehr der Beschwerden. Alle Eingriffe sind mit unterschiedlichen Risiken verbunden (z.B. Entstehung einer Taubheit im Gesicht). Sie können dann zum Einsatz kommen, wenn die medikamentöse Behandlung nicht ausreichend wirksam war. Die Erfolgsaussichten dieser Operation sind sehr von der Erfahrung des Operateurs abhängig.
Quelle: Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.