40 Stunden schaff‘ ich nicht – Wenn die Leistung nicht mehr reicht

Der Wiedereinstieg in das Arbeitsleben bedeutet für viele Menschen eine große Hürde. Gerade nach einer schweren Erkrankung, wenn Vollzeit nicht mehr geht. Dazu kommt die Angst vor einem wirtschaftlichen Abstieg, vor finanziellen Engpässen. Die Protagonisten der 37 Grad-Reportage (12. Juli 2016, 22:15 Uhr, ZDF), Rainer,  Sabrina und Katharina, sind nach langer Krankheit nur noch eingeschränkt arbeitsfähig.

Trailer: 40 Stunden schaff' ich nicht Der Trailer zum Film - mehr bei 37 Grad am 12.07.2016, 22:15 Uhr.
Der Trailer zum Film – mehr bei 37 Grad am 12.07.2016 um 22:15 Uhr im ZDF 

Rainer versucht, sich mit kleinen Jobs über Wasser zu halten. Er ist Ende 40 und hochqualifiziert. Er hat Chemie studiert, Pharmazie abgeschlossen, ein kleines Software-Unternehmen gegründet. 60 Stunden die Woche war seine übliche Arbeitszeit. Er war erfolgreich, vor Aufträgen konnte er sich kaum retten. Auch privat ging es ihm gut – Frau, drei Söhne. Ein Leben auf der Überholspur. Dann kam die Diagnose, die alles veränderte: Leukämie.

Jahrelang kämpfte er gegen den Krebs, den er schließlich überwand, doch sein Leben ist inzwischen ein anderes. Nach einer langen Chemotherapie ist Rainer nicht mehr so leistungsfähig wie früher. Mehr als 20 Stunden die Woche kann er nicht mehr arbeiten. Die Firma musste er abgeben, die Familie brach auseinander. Aufgrund seiner Ersparnisse konnte er sich in den vergangenen Jahren mit kleinen Computer-Jobs durchschlagen. Doch nun sind seine finanziellen Reserven aufgebraucht, es muss dringend etwas passieren. Trotz vieler Bewerbungen erhielt er immer wieder Absagen. Könnte er Vollzeit arbeiten, sähe es besser aus, meint Rainer, doch das schafft er nicht mehr.

Erst krank, dann arm?

Eine Studie belegt, dass jüngere Krebspatienten dreimal häufiger unter finanziellen Engpässen leiden als Gesunde in ihrer Altersgruppe – fatal auch für ihr Selbstbewusstsein. Wie kann diesen Menschen der Wiedereinstieg in das Berufsleben erleichtert werden?

37 Grad begleitet drei Protagonisten, die ihre Krankheit in den Griff bekommen haben, in ihrem Bemühen, beruflich wieder Fuß zu fassen. Dabei geht es nicht nur um finanzielle Absicherung, sondern auch um ein würdiges Leben.

Experten für Schmerz tagen im Oktober

Ankündigung_Titelseite„(Um)Denken erwünscht“ ist das Motto des Deutschen Schmerzkongress 2016 vom 19.-22. Oktober in Mannheim. „Wir glauben, dass in vielen Bereichen der Schmerzmedizin aktuell ein Umdenken erforderlich ist“, so die Kongresspräsidenten Professor Esther Pogatzki-Zahn, Münster, und Professor Stefan Evers, Coppenbrügge, in ihrer Einladung zum Kongress.

Nutzen von Schmerzregistern diskutiert

So seien zum Beispiel mittlerweile in der Praxis oft auch andere Aspekte als die der evidenzbasierten Medizin wichtig. Dies werde durch die neue Entwicklung großer Datenmengen aus dem realen Leben und ihrer Analyse mehr und mehr deutlich. Ein Kongress-Schwerpunkt wird deshalb das Thema Schmerzregister und ihre Bedeutung für Wissenschaft und Praxis sein.

Ein anderes Beispiel für ein Umdenken sei die Auswahl der diagnostischen Verfahren oder der Therapiekonzepte für einzelne Patienten, so die beiden Kongresspräsidenten. Hier stelle die individualisierte Therapie bei chronischen neuropathischen Schmerzen ein großes Feld des Umdenkens dar

„In Zukunft müssen wir auch einige Definitionen umdenken bzw. neu denken. Hier ist uns vor allem der postoperative Schmerz ein Anliegen. Sowohl die Therapie des akuten postoperativen Schmerzes als auch die relativ neue Erkenntnis, dass akute Schmerzen nach Operationen häufig chronisch werden, müssen neu bedacht werden. Prävention und Therapie sind dabei noch völlig außen vor“, so Pogatzki-Zahn und Evers.

Link zur Homepage: http://schmerzkongress2016.de/

Der Deutsche Schmerz- und Palliativtag 2016

Download 2Vom 2. bis 5. März 2016 findet im Congress Center Frankfurt am Main der Deutsche Schmerz- und Palliativtag 2016 statt. Im Fokus diesmal: Schmerzmedizin – Patientenversorgung im Mittelpunkt.

Veranstalter sind die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V., die Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Palliativversorgung e.V. und die Deutsche Schmerzliga e.V..

Schmerzmedizin geht alle etwas an.

Die Vielfalt von Schmerzen im täglichen Leben trifft jeden – sei es als Betroffene, als Partner, als Begleiter in Heilberufen, als Versorger/Krankenkasse oder als Politiker. Diese Relevanz im täglichen Leben aufzugreifen und praxistaugliche Versorgungskonzepte zu entwickeln war und ist seit über 30 Jahren ein wesentliches Anliegen der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin und des Deutschen Schmerz- und Palliativtages.

Dabei gilt es, oft scheinbar Selbstverständliches kritisch zu hinterfragen und die Versorgung der betroffenen Patienten in das Zentrum aller Überlegungen und Bemühungen zu stellen.

Mit seiner praxisrelevanten Ausrichtung will auch dieser 27. Deutsche Schmerz- und Palliativtag alltagstaugliches schmerzmedizinisches Wissen und Fähigkeiten in Vorträgen, Hands-on-Workshops, Diskussionen und Seminaren an die Hand geben – direkt aus der Forschung in die tägliche Arbeit.

Weitere Informationen wie z.B. Programm, Angebote für Seminare, Workshops und Public Relations sowie Buchungs- und Anmeldeformulare findet Ihr auf www.schmerz-und-palliativtag.de.

Diagnose Rheuma – Wie lernt man, mit der Krankheit zu leben?

Quelle: ndr.de
Quelle: ndr.de

Rheuma ist eine Krankheit, die viele Gesichter haben kann. Unter dem Begriff werden entzündliche Prozesse zusammengefasst, die für die Betroffenen mit großen Schmerzen und mit Einschränkungen des Bewegungssystems verbunden sein können. Rheuma zieht zuweilen aber auch die Haut oder innere Organe in Mitleidenschaft.

Wie lässt sich die Krankheit sicher diagnostizieren? Was sind die häufigsten Symptome? Wo finden Rheuma-Patienten im Alltag Unterstützung? Welche Rolle spielen Sport und Ernährung? Welche Medikamente sind sinnvoll? Lässt sich Rheuma heilen? Das ist das Thema der Redezeit auf NDR Info in Kooperation mit „Radio-Visite“ und der Sendung „Visite“ im NDR Fernsehen (Dienstag, 08. Dezember 2015, 21:05 bis 22:00 Uhr).

Man kann die Sendung auch live als Videostream im Internet sehen – ndr.de/redezeit.

ARTE-Themenabend: Die Angst vor Schmerzen

DownloadAm Dienstag, den 27. Oktober 2015, gibt es den ARTE-Themenabend „Die Angst vor Schmerzen“ mit zwei Dokumentationen um 20:15 Uhr „Angst vor Schmerzen“ (52 Min.) und um 21:05 Uhr „Leben mit Schmerzen“ (52 Min.).

Seit über einem Jahrhundert verspricht uns die Pharmaindustrie, dass mit der richtigen Pille der Schmerz „abgeschaltet“ wird. Risiken und Nebenwirkungen werden bewusst verharmlost. Der ARTE-Themenabend beschäftigt sich mit Schmerz – welche Rolle er in unserem Leben spielt, wie das Geschäft mit dem Schmerz aussieht und warum es für chronisch Betroffene so schwer ist, ernst genommen zu werden und Heilung zu finden.

Hier der Link zu den Dossiers.

Schmerzhafte Verwirrung

Gestern startete der Deutsche Schmerzkongress 2015 in Mannheim. Veranstalter: Die Deutsche Schmerzgesellschaft (DGSS) sowie die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG).

Unter den Schmerz-Fachgesellschaften gibt es weiter extrem unterschiedliche Auffassungen mit Blick auf die Einführung eines Facharztes für Schmerzmedizin. Dieser Facharzt wird seit Jahren vom Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS), Dr. Gerhard Müller-Schwefe, gefordert.

Sowohl Professor Andreas Straube, Präsident der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, als auch der Tagungspräsident des Schmerzkongresses, Professor Martin Marziniak aus München, lehnten Müller-Schwefes Forderung bei einem Pressegespräch ab.

Käme dieser „Allgemeinmediziner des Schmerzes“, dann hätte das fatale Konsequenzen, warnte Straube: „Die Interdisziplinarität der Schmerztherapie, für die wir kämpfen, wäre dann tot!“

Quelle: Andreas Hermsdorf, pixelio.de
Quelle: Andreas Hermsdorf, pixelio.de

Ein Kommentar von Christoph Fuhr aus der Ärzte Zeitung von 15. Oktober 2015, der mir aus der Seele spricht:

„Zwei Kongresse, zwei völlig unterschiedliche Botschaften. Eine bessere Versorgung für Schmerzpatienten wird gebremst, weil es immer noch zu viele Orthopäden, Anästhesisten, Neurologen, Psychiater und Psychologen gibt, die sich an ihre Pfründe klammern und die Fachkompetenz für Schmerz ausschließlich für sich selbst reklamieren.

Deshalb muss dringend der Facharzt für Schmerz kommen. Das war die Botschaft beim Deutschen Schmerztag im März in Frankfurt am Main. Beim Deutschen Schmerzkongress, der am Mittwoch in Mannheim begonnen hat, hörte sich das völlig anders an.

Wenn dieser „Allgemeinarzt des Schmerzes“ komme, sei dies der Tod der Schmerztherapie, die auf einen interdisziplinären Ansatz setzt. Ja, was den nun?

Im Kern geht es hier um zwei völlig unterschiedliche Konzepte, die zugleich fundamentale Auswirkung auf Versorgungsstrukturen haben. Dass Fachgesellschaften unterschiedliche Auffassungen vertreten und sich auch mal trefflich streiten, ist völlig legitim und muss in der Regel nicht überbewertet werden.

Beim Thema Facharzt für Schmerz allerdings ist lange genug diskutiert worden. Die Beteiligten sollten endlich in die Gänge kommen und einen Konsens finden. Klappt das nicht, wird es am Ende nur einen Verlierer geben: der Schmerzpatient lässt grüßen.“

„Rheuma bewegt uns alle“

Quelle: freeimages.com
Quelle: freeimages.com

Mit dem diesjährigen Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober 2015 stellt die Deutsche Rheuma-Liga ihr gesellschaftspolitisches Engagement in den Fokus. „Rheuma bewegt uns alle“ lautet der Slogan, mit dem sich der Verband als Interessenvertretung rheumakranker Menschen präsentiert und mehr Beachtung und Unterstützung für die 20 Millionen Erkrankten in Deutschland einfordert. Mit Text- und Videoportraits von vier engagierten Rheumabetroffenen, die stellvertretend für viele andere stehen, gibt die Rheuma-Liga einen sehr persönlichen Einblick in ihr Engagement und den Lebensalltag. Aktion Mensch und DRV Bund haben das Projekt als Teil der mehrjährigen Kampagne „Selbstbestimmt leben, Gesellschaft verändern“ gefördert. Pünktlich zum Welt-Rheuma-Tag stellt die Deutsche Rheuma-Liga ihre Internetseite zur Kampagne sowie begleitende Broschüren und Plakate vor. Weiterlesen