Kranken besser helfen

„Angehäuftes Fachwissen und Wirklichkeit klaffen im medizinischen Alltag allzu oft auseinander – egal ob es um eine Psychotherapie, Operationen oder die Versorgung mit den richtigen Medikamenten geht.

Patienten können nicht sicher sein, nach dem Stand des medizinischen Wissens behandelt zu werden. Das zeigen Beispiele aus dem Alltag der Gesundheitsversorgung, etwa bei der Zuckerkrankheit, dem Rückenschmerz, der Herzschwäche, der Arzneiversorgung im Alter oder der Anwendung von Herzkathetern. Kritisch untersucht wird all dies im „Versorgungs-Report 2013/2014“ des wissenschaftlichen Instituts der AOK (Schattauer Verlag, 346 Seiten, 54 ,99 Euro).“

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Rosemarie Stein, Der Tagesspiegel)

Die Mär von Multimodalität und Ganzheitlichkeit

Zweifelsohne: Schmerztherapie sollte multimodal und ganzheitlich sein. Denn chronische Schmerzen belasten – physisch, psychisch und sozial. Zu den körperlichen Symptomen kommen häufig Einschränkungen bei der Arbeitsfähigkeit, die Sorge um die berufliche Zukunft sowie negative Auswirkungen auf das Zusammenleben mit Familie und Freunden hinzu.

Aber finden diese psychosozialen Auswirkungen chronischer Schmerzen in der Realität die notwendige Berücksichtigung? Außerhalb sogenannter Schmerzzentren kann man dies wohl getrost verneinen. Oder habt Ihr schon mal erlebt, dass ein zugelassener Orthopäde mit einem Physiotherapeuten Ihr Beschwerdebild und das dazugehörige Behandlungskonzept durchspricht? Im Gegenteil. Allzu oft muss man sich als Patient das Kopfschütteln des Physiotherapeuten oder des Orthopäden ansehen, weil dieser nicht mit der Meinung des jeweils anderen konform geht. Ein verunsicherter Patient bleibt zurück.

Und auch in den oft hochgelobten Schmerzzentren findet man oft nur ein Nebeneinander, statt ein Miteinander. Es wird propagiert sogenannte Schmerzkonferenzen abzuhalten, bei denen alle Behandler an einem Tisch sitzen, die Situation des Patienten beurteilen und die weitere Vorgehensweise besprechen. Doch spätestens bei der Entlassung hat man als Patient oft das Gefühl, dass jeder Behandler seinen eigenen Bericht geschrieben hat – ohne nach links oder rechts zu schauen.

Es mag tatsächlich Schmerzzentren geben, die ihr Versprechen halten, die medizinische Behandlung, intensive Schulung sowie verhaltens-, psycho- und sozialtherapeutische Maßnahmen tatsächlich gleichwertig nebeneinander stellen. Bis dato habe ich ein solches Zentrum noch nicht kennengelernt. Zu wünschen wäre es den Millionen Betroffenen allemal.

Rheumatologen in NRW verzweifelt gesucht

„Rheuma ist weitverbreitet – doch gibt es zu wenige Fachärzte. Dabei muss ein Patient mit geschwollenen Gelenken innerhalb von sechs Wochen einen Spezialisten sehen, um das Leiden zu begrenzen.“

Hier der Link zum Artikel (Marcel Berndt, Die Welt)

Wie finde ich eine schmerztherapeutische Arztpraxis?

Der Begriff Schmerztherapie an sich ist nicht geschützt. Deshalb darf sich im Prinzip jeder so bezeichnen. Man muss als Patient also genau wissen, welche Qualifikation sich hinter der jeweiligen Bezeichnung verbirgt.

Ganz sicher geht man, wenn man sich an die Angaben der jeweils zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) oder der Ärztekammer hält.

Beispiel KV Hessen:

http://arztsuchehessen.de

Beispiel KV Niedersachsen:

http://www.arztauskunft-niedersachsen.de/arztsuche

Die beiden großen deutschen Schmerzgesellschaften führen eigene Qualifikationsbezeichnungen ihrer Verbandsmitglieder, die an ähnliche Voraussetzungen geknüpft sind, wie die Zusatzbezeichnungen der Ärztekammern. Der Unterschied ist, dass die Qualifikationsbezeichnungen der Fachgesellschaften auch berufsbegleitend, unzusammenhängend und über mehrere Jahre erworben werden können. Auch die Schmerzgesellschaften vergeben ihre Qualifikationsbezeichnung nur nach erfolgreicher Teilnahme an einer Abschlussprüfung.

Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.:

http://www.dgschmerzmedizin.de/schmerzzentren.html

Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.:

http://www.dgss.org/versorgung/schmerztherapeuten-mit-der-weiterbildungsbefugnis-spezielle-schmerztherapie

Bei der Deutschen Schmerzliga e.V. erhalten Sie darüber hinaus auch Anschriften schmerztherapeutisch qualifizierter Ärzte in Ihrer Region:

http://www.schmerzliga.de/therapeutensuche.html

„Am Facharzt für Schmerzmedizin führt kein Weg vorbei“

„Der Ärztetag rückt die Probleme von Millionen Menschen in den Fokus: Immer mehr chronische Schmerzpatienten gibt es in Deutschland – doch die Versorgungslage ist nach wie vor schlecht. Es besteht dringend Handlungsbedarf.“

Hier der Link zum Artikel (Gerhard Müller-Schwefe, Ärzte Zeitung)

„Schmerzmedizinische Versorgung stärken“

„Etwa zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen. Im Durchschnitt dauert die Leidensgeschichte eines Schmerzpatienten sieben Jahre, jeder Fünfte kämpft sogar 20 Jahre und länger gegen den Schmerz an. „Patienten haben ein Recht auf eine strukturierte und wirksame Schmerztherapie“, erklärt Martina Wenker, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer.“

Hier der Link zum Artikel (Deutsches Ärzteblatt)

Patienten klagen über lange Wartezeiten

„Eine Gelsenkirchenerin klagt über starke Schmerzen, ihre Gelenke schwellen an. Ihr Hausarzt diagnostiziert Rheuma. Sie fragt in einer Rheumatologie-Praxis nach einem Termin – den nächsten gibt es erst im September.“

Hier der Link zum Artikel (Irene Stock, Westdeutsche Allgemeine Zeitung)