Wie das Gehirn heilt: Neueste Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft

Vorgestern habe ich einen interessanten Buchtipp erhalten: „Wie das Gehirn heilt: Neueste Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft“ von Norman Doidge. Ich habe es selbst noch nicht gelesen, aber es klingt interessant. Der Campus Verlag beschreibt es folgendermaßen:

"Wie das Gehirn heilt: Neueste Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft" von Norman Doidge, Quelle: amazon.de
„Wie das Gehirn heilt: Neueste Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft“ von Norman Doidge,
Quelle: amazon.de

„Unheilbare“ Krankheiten vollständig heilen? Das ist möglich. Lange stellten Mediziner bei chronischen Schmerzen, Parkinson oder Demenz die Diagnose „lebenslang“. Norman Doidge durchbricht mit seinem Buch „Wie das Gehirn heilt“ diese massive Wand aus Leid und Schmerz. Die revolutionäre Erkenntnis von Norman Doidge: Unser Gehirn heilt! Wie das funktioniert und welche Rolle bei der Neuroplastizität etwa traditionelle chinesische Medizin oder buddhistische Meditation spielt, zeigt er an erstaunlichen Beispielen.
Ein Mann besiegt Parkinson durch Laufen, ein Blinder kann dank Meditation wieder sehen. Was nach Wunderheilung klingt, belegt Doidge mit wissenschaftlichen Studien. Und es verändert Leben.

Wie gesagt: Ich habe es selbst nicht gelesen. Aber alleine schon der Blick in das erste Kapitel „Heile dich selbst, wenn der Arzt den Schmerz nicht vertreiben kann“ macht mich neugierig.

  • Gebundene Ausgabe: 477 Seiten
  • Verlag: Campus Verlag; Auflage: 1 (10. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3593394774
  • ISBN-13: 978-3593394770

Ein Netz aus Schmerzen

Die aktuelle Ausgabe der Apotheken Umschau vom 1. Mai 2016 macht mit folgendem Titel auf: „Gefangen im Schmerz. So befreien Sie sich“. Hier ein Auszug:

Quelle: Apotheken Umschau
Quelle: Apotheken Umschau

Um mit den Beschwerden besser zu leben, ist Hilfe notwendig. Medikamente sind dabei längst nicht alles. Vieles können Patienten selbst beeinflussen.

Chronische Schmerzen sind wie ein Spinnennetz, in dem man sich immer stärker verfängt. Sie schotten einen ab und lähmen. Sie können einen aus dem Arbeitsmarkt aussperren und in Süchte verstricken. Doch die Situation ist nicht so ausweglos, wie es scheint.

Um das Netz einzureißen, muss man es verstehen. Wenn die Beschwerden mehr als drei Monate andauern, also chronisch sind, besteht das Geflecht längst nicht mehr nur aus Schmerz. Auch Stress, Angst, Isolation, Abhängigkeit, Bewegungslosigkeit verdichten das Netz wie klebrige Fäden.

Die Fachwelt spricht vom „biopsychosozialen Modell“. Das heißt, auch das eigene Umfeld und Verhalten bestimmen, wie stark sich der Schmerz anfühlt. Er ist keine feste Größe.

Es ist, wie es ist: Mein Leben mit dem Schmerz

"Es ist, wie es ist" von Daniele Hänle Quelle: amazon.de
„Es ist, wie es ist“ von Daniele Hänle
Quelle: amazon.de

Chronischer Schmerz ist ein höchst individuelles und persönliches Geschehen, das nicht nur körperlich weh tut. Chronischer Schmerz reißt den Betroffenen aus seinem seelischen Gleichgewicht, stürzt ihn in Einsamkeit, beraubt ihn seines Selbstwertgefühls, gefährdet seine Eigenständigkeit.

Immer wieder wird einem suggeriert, dass man Schmerzen bewältigen könne. Dass man die psychische und seelische Ursache dafür suchen und angehen, mit Muskeltraining die Strukturen stärken müsse. Doch der Schmerz lässt sich nicht bewältigen. Im besten Falle lässt er sich lindern – ganz sicher aber lässt er sich beeinflussen. Nicht in seiner eigentlichen Stärke, sondern in seiner Wahrnehmung. Schöne Erlebnisse wecken in uns positive Emotionen, die sich über den Schmerz legen, ihn zudecken, ihn weich zeichnen. Diese Emotionen wirken nicht anhaltend. Oft verbessern sie den Schmerzzustand nur für kurze Zeit, für Momente, für einen Augenblick. Aber wenigstens hat man eine kurze gute Zeit, die wiederum positive Emotionen wecken kann. So entsteht ein Kreis. Ein positiver Kreis. Ein Engelskreis!

Mit ihrem Buch „Es ist, wie es ist – Mein Leben mit dem Schmerz spricht die Autorin chronische Schmerzpatienten und deren Angehörige an, sowie Ärzte und Therapeuten und alle Menschen, die mit Schmerzpatienten zu tun haben. Sie möchte eine Hilfestellung auf dem Weg des Annehmens, des Verstehenlernens geben. Neben persönlichen Empfindungen und Erfahrungen wie zum Beispiel Trauer, Wut und Hilflosigkeit spricht die Autorin auch allgemein wichtige Themen an: Therapiemöglichkeiten, Versorgung und Betreuung in Kliniken, Positives Denken, Achtsamkeit, Entspannungstechniken, Subjektivität und Individualität bei der Behandlung chronisch Schmerzkranker, Umgang mit Krankheit und Schmerz. Das Buch liest sich so spannend wie emotional berührend. Medizinische Vorgänge werden fachlich kompetent und gut verständlich beschrieben.

  • Taschenbuch: 200 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (2. Dezember 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3738620583
  • ISBN-13: 978-3738620580

Leid und Schmerz: Konzeptionelle Annäherungen und medizinethische Implikationen

"Leid und Schmerz" von Giovanni Maio, Claudia Bozzaro und Tobias Eichinger Quelle: amazon.de
„Leid und Schmerz“ von Giovanni Maio, Claudia Bozzaro und Tobias Eichinger
Quelle: amazon.de

Schmerz und Leid sind allgegenwärtige Erfahrungen. Sie zermürben das physische und psychische Wohlbefinden, stören soziale Beziehungen, gefährden die gesamte Existenz der leidenden Person. Heute werden Erwartungen der Schmerz- und Leidenslinderung vor allem an die Medizin gerichtet. Dabei wirft dieser Trend zu einer Fokussierung auf einen rein medizinisch-technischen Umgang mit Schmerz und Leiden Fragen auf: Können alle Formen von Leiderfahrung vom physischen Schmerz über psychische Traumata bis hin zu existentieller Verzweiflung angemessen mit medizinischen Mitteln behandelt werden? Wie kann im medizinischen Kontext mit der Frage nach dem Sinn von Schmerz und Leid umgegangen werden? Welche Bedeutung hat dabei der gesellschaftliche Umgang mit Schmerz und Leiden? Welche Rolle spielen diese Erfahrungen für unser Verständnis eines guten Lebens bzw. eines guten Sterbens?

Schmerz und Leiden sind eine Herausforderung für den Einzelnen, für die Medizin und für die Gesellschaft. Dieses Buch will einen Beitrag leisten, um das Verständnis dieser teils verstörenden Erfahrungen zu vertiefen und zu erweitern. Dabei liegt der Fokus speziell auf dem Umgang mit Schmerzen und Leiden im medizinischen Kontext. Die Medizin hat einen expliziten Schmerz- und Leidenslinderungsauftrag, der allerdings selten einer tiefgreifenden Reflexion unterzogen wird.

  • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
  • Verlag: Verlag Karl Alber; Auflage: 1 (17. November 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3495487387
  • ISBN-13: 978-3495487389

Mit einer Krankheit zu leben, an deren Existenz keiner glaubt

„Tender Points“ von Amy Berkowitz
Quelle: VICE Media

„Amy Berkowitz‘ chronische Schmerzen begannen in der Schulter. Dann spürte sie den stumpfen Schmerz im ganzen Körper. Mit 23 Jahren wurde ihr dieses ständigen Unbehagen zu viel. „Jeden Morgen wachte ich auf und fühlte mich, als wäre ich von einem LKW überfahren worden“, schreibt Berkowitz in ihrem neuen Buch Tender Points. „Ich fühle mich, als hätte mich ein Bus angefahren. Ich wache auf und ich fühle mich, als hätte ich ein Schleudertrauma. Ich wache auf und ich fühle mich, als hätte ich auf dem Boden geschlafen.“ Ihr Buch ist nach den 18 Punkten benannt, die Personen mit Fibromyalgie bei Druck als schmerzhaft empfinden—„zwei am unteren Nacken über dem Schlüsselbein, zwei direkt unter der Mitte der Schlüsselbeine, einer in der Falte am Ellenbogen, zwei weitere an der Innenseite des Knies, auf der Körperrückseite zwei am unteren Nacken, einer über jedem Schulterblatt und im Schulterblatt, zwei auf jeder Seite der unteren Wirbelsäule, zwei weitere an der äußeren Seite der Kniesehne“—und sie führt darin in poetischer Präzision aus, wie es sich anfühlt, mit dem chronischen Schmerz dieser Krankheit zu leben und wie es sich anfühlt, wenn einem keiner glaubt, dass man leidet.“

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Endlich Hilfe gegen Schmerzen

In typischer Manier titelt die BILD am heutigen Donnerstag: „Chronische Schmerzen: Was wirklich hilft!“ und „Endlich Hilfe gegen Schmerzen“ – mit angeblich neuen Erkenntnissen aus der Forschung. Nun, so neu sind die Erkenntnisse – zumindest für viele langjährig Schmerzgeplagte – nicht. Aber: Als Schmerzpatient bin ich sehr dankbar, dass BILD diesem Thema solch ein Forum bietet.

Quelle: www.bild.de
Quelle: http://www.bild.de

In der heutigen Zeitung handelt sich um Auszüge aus neuen Heft „Besser Leben – Das Gesund-Magazin von BILD“. Man versucht herauszuarbeiten,

  • wie genau chronischer Schmerz entsteht und warum es wichtig ist, die Ursache innerhalb der ersten zwölf Wochen zu behandeln.
  • wo die Zukunft der Schmerztherapie liegt.
  • was wirklich gegen die häufigsten Schmerzarten hilft – ob Rücken, Kopf, Gelenken oder Nerven. Akut und langfristig, medikamentös und natürlich.

Dazu geben 90 der besten Schmerz-Ärzte in Praxen und Kliniken in ganz Deutschland eine Termin-Garantie – mit angeblich 750 Zusatz-Terminen innerhalb der kommenden drei Wochen. Ich bin gespannt!

Die fachliche Beratung liefern Dr. Gerhard Müller-Schwefe, Leiter des Schmerzzentrums Göppingen und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin, und Prof. Dr. Thomas Tölle, Leiter des ZIS am Münchener Klinikum rechts der Isar.

Schmerz: Eine Befreiungsgeschichte

“Schmerz: Eine Befreiungsgeschichte” von Harro Albrecht Quelle: amazon.de
“Schmerz: Eine Befreiungsgeschichte” von Dr. med. Harro Albrecht
Quelle: amazon.de

Schmerz ist eine menschliche Ur-Erfahrung und das Symptom, das Menschen am häufigsten zum Arzt treibt. Mehr als 16 Millionen Deutsche leiden unter andauernden oder wiederkehrenden Schmerzen. Doch die Schmerzmittel, die ihnen verordnet werden, haben mitunter schwere Nebenwirkungen und helfen nicht immer. Die Lösungsvorschläge der Pharmaindustrie und der Biomedizin erweisen sich zunehmend als Sackgasse. An ihre Stelle sind Neurobiologen, Psychologen und Soziologen getreten, die einen neuen Blick auf das Phänomen Schmerz erlauben.

Der Arzt und Wissenschaftsjournalist Dr. med. Harro Albrecht, Jahrgang 1961, führt ebenso spannend wie erkenntnisreich durch die Welt des Schmerzes. Er spricht mit Medizinern, mit Naturwissenschaftlern ebenso wie mit Geisteswissenschaftlern, mit Leidenden, mit Hoffnungsvollen, mit lustvollen Schmerzgenießern und mit Verzweifelten. Sein Resümee: Schmerz ist weit mehr als eine körperliche Empfindung. Schmerz besitzt auch eine gesellschaftliche Dimension und erzählt von unserem Geist-Körper-Verhältnis ebenso wie von kulturellen Prägungen und religiösen Wertorientierungen. Diese Erkenntnis macht Mut: Linderung ist möglich. Aber wir müssen lernen, anders mit Schmerzen umzugehen.

  • Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
  • Verlag: Pattloch (2. März 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3629130380
  • ISBN-13: 978-3629130389