Die nicht vorhandene Zielgruppe: Strg Alt Entf?

Quelle: Rainer Sturm, pixelio.de
Quelle: Rainer Sturm, pixelio.de

In der ambulanten medizinischen Versorgung chronischer Schmerzpatienten wurden in Deutschland im Jahr 2014 rund 655.000 Personen wegen chronischer Schmerzen ambulant behandelt. Dabei steigt die Betroffenheit mit dem Alter an, bis auf einen kurzen Knick nach dem Erreichen des Rentenalters. Am stärksten genutzt wird die ambulante Versorgung von Männern im Alter zwischen 80 und 84 Jahren und Frauen zwischen 75 und 79 Jahren.

Gerne würde ich auch diese älteren Zielgruppen mit meinem Blog erreichen, ihnen aktuelle und informative Berichte und Tipps rund um das Thema chronische und wiederkehrende Schmerzen liefern bzw. geben. Auf Facebook gibt es bereits eine Fanpage zum Blog. Doch habt Ihr schon einmal versucht eine Facebook-Seite gezielt für diese Zielgruppen zu bewerben? Unmöglich! 65+ ist das Maximalalter, das man bei Facebook als Zielgruppe angeben kann! Klar könnte man sagen, dass Senioren Soziale Netzwerke im Vergleich zu Jüngeren weniger nutzen. Doch hier sind die Fakten, die dagegen sprechen:

Internetnutzung von Senioren in Zahlen

  • Laut Generali Altersstudie 2013, die unter anderem die Internet- und Sozial Media-Nutzung von Senioren ab 65 Jahren beschreibt, hat sich die Internetnutzung der Senioren seit 2005 verdreifacht und liegt bei mehr als 26%.
  • Die Cosmosdirekt schreibt überdies unter Berufung auf eine forsa-Studie, dass 64 % der Internetnutzer von über 60 Jahren mehrmals täglich online surft.

Senioren in Social Media

  • Social Media Kanäle werden laut BITKOM von 55 Prozent der über 50 jährigen aktiv genutzt, dies entspricht einer Steigerung von neun Prozentpunkten im Vergleich zu 2011.
  • Auch hier wird Facebook am häufigsten genannt, denn mehr als 53 Prozent der über 50-jährigen sind bei Facebook angemeldet und mehr als 43 Prozent nutzen diesen Social Media Kanal aktiv.

Also höchste Zeit, dass sich was dreht!

„Alter und Schmerz“ Schwerpunkt im BARMER GEK Arztreport 2016

Patienten mit chronischen Schmerzen bekommen im Durchschnitt 4,5 verschiedene Medikamente täglich verordnet. Das sind 70 Prozent mehr als Patienten ohne chronische Schmerzen.
Patienten mit chronischen Schmerzen bekommen im Durchschnitt 4,5
verschiedene Medikamente täglich verordnet. Das sind 70 Prozent mehr als
Patienten ohne chronische Schmerzen.

Mit ihren Arztreports legt die BARMER GEK umfassende versichertenbezogene Auswertungen von Daten zur ambulant-ärztlichen Versorgung vor. Das Schwerpunktthema des diesjährigen Arztreports ist „Alter und Schmerz“.

Als junger Schmerzpatient sei mir die Anmerkung gestattet, dass (chronische) Schmerzen nicht nur eine Frage des Alters sind. Aber selbstverständlich nehmen mit dem Alter die Schmerzen zu – sei es durch Verschleiß des Knochenapparats oder durch Erkrankungen wie Krebs – und mit der Zahl älterer Menschen wächst entsprechend auch die der Patienten.

In Anlehnung an meinen letzten Artikel vom 24. Februar 2016 möchte ich Euch die Pressemappe der BARMER GEK zum Arztreport 2016 ans Herz legen. Hierin sind die wichtigsten Erkenntnisse des Reports zusammengefasst. Denn alleine das Schwerpunktkapitel „Alter und Schmerz“ umfasst ganze 96 Seiten.

Schmerztherapie im Alter: Die besondere Herausforderung

„Die Behandlung chronischer Schmerzen stellt Betroffene und Fachleute vor besondere Herausforderungen. Das gilt vor allem bei älteren Patienten, bei denen während einer langfristigen Analgetika-Behandlung häufig Nebenwirkungen auftreten.

Zu den häufigsten Ursachen für chronische Schmerzen gehören bei älteren Patienten Erkrankungen des Bewegungsapparats wie Osteoporose-bedingte Knochenbrüche und Arthrose, Tumoren und Neuropathien, etwa der Post-Zoster-Schmerz. Da chronischer Schmerz nicht nur den Körper betrifft, gibt es besondere Anforderungen an die Therapie. »Grundsätzlich braucht jede Schmerzbehandlung eine multimodale Herangehensweise«, erklärte Privatdozent Dr. Heinrich Burkhardt, Universitätsklinikum Mannheim, auf dem Geriatrie-Kongress Ende September in Halle. Neben physikalischen und psychologischen Verfahren kommen dabei vor allem Analgetika zum Einsatz.“

Hier der Link zum vollständigen Artikel (Iris Hinneburg, Pharmazeutische Zeitung)