„plan b“ im ZDF über Therapien gegen chronische Schmerzen

Paul Murphy, Facharzt für Schmerzmedizin, im Gespräch mit Schmerzpatientin Cathy Clarke. Quelle: obs/ZDF/Christian Efkemann

Etwa 15 Millionen Menschen in Deutschland leiden an chronischen Schmerzen. Viele Schmerzpatienten warten etliche Jahre auf eine Diagnose und eine angemessene Behandlung. Wie kann ihnen besser geholfen werden? „plan b“ zeigt am Samstag, 12. Oktober 2019, 17.35 Uhr im ZDF, neue Therapien und Ansätze, die Hoffnung wecken. Die Doku „Schmerz-los – Wie neue Therapien Linderung bringen“ ist ab Freitag, 11. Oktober 2019, 10.00 Uhr, in der ZDFmediathek abrufbar.

In Irland gibt es seit 2014 eine spezielle Ausbildung zum Facharzt für Schmerzmedizin, was für Patientin Cathy Clarke aus Kilhugh von Vorteil ist. Sie leidet am sogenannten komplexen regionalen Schmerzsyndrom, ausgelöst durch eine Routine-Operation am Karpaltunnel. Ihren Beruf musste die ehemalige Anwältin aufgeben. Da verschiedene Therapien bisher nichts geholfen haben, soll nun eine Rückenmarkstimulation dafür sorgen, dass die Schmerzreize nicht mehr weitergeleitet werden. Dafür muss ein Neurostimulator am Rückenmark implantiert werden – ein riskanter Eingriff. Cathy Clarke setzt alle Hoffnung in ihren Arzt Paul Murphy vom St. Vincent’s Hospital in Dublin. Murphy kann sich seit der Einführung des Facharztes für Schmerzmedizin mehr Zeit für seine Patienten nehmen und profitiert davon, dass mehr Geld in die Forschung gesteckt wird.

„plan b“ zeigt am Beispiel Irlands, welche Vorteile die strukturelle Änderung im Facharztbereich bringt – und was Deutschland daraus lernen kann. Auch neue Therapien werden vorgestellt: Christoph Stein von der Charité in Berlin forscht an einer neuen Generation von Schmerzmedikamenten, die genauso gut wirken wie Opiate, jedoch keine Nebenwirkungen haben. Und an der Schmerzklinik in Kiel hilft der Arzt Hartmut Göbel Patienten mit chronischer Migräne – mit einer neuartigen Migräne-Impfung.

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Zahl des Tages: 50 Einheiten Schmerzmittel pro Kopf

Quelle: qimono, pixabay.com

50 Einheiten beträgt der Pro-Kopf-Verbrauch von rezeptpflichtigen und -freien Schmerzmitteln in Deutschland pro Jahr. Dabei steht eine standardisierte Einheit für eine Tablette, eine Ampulle oder fünf Milliliter Saft. Das meldet der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller anlässlich des „Aktionstages gegen den Schmerz“.

Die sieben häufigsten Schmerzdiagnosen

(alle Schmerzdiagnosen bei Frauen und Männern zusammen = 100%)

Rückenschmerzen: Frauen: 28,9% – Männer: 22,1%

Bauch- und Beckenschmerzen: Frauen: 14,2% – Männer: 6,3%

Migräne: Frauen: 7,8% – Männer: 2,0%

Gelenkschmerzen: Frauen: 6,2% – Männer: 4,8%

Kopfschmerz: Frauen: 5,3% – Männer: 3,6%

Hals- und Brustschmerzen: Frauen: 3,1% – Männer: 2,8%

Muskelschmerzen: Frauen: 2,3% – Männer: 1,5%

 

Quelle: PAIN2020/DGSS

Bundesweiter „Aktionstag gegen den Schmerz“ am 4. Juni 2019

Quelle: Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.

Zum achten Mal veranstaltet die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. gemeinsam mit Partnerorganisationen den bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“. Am 4. Juni 2019 informieren Ärzte, Apotheker und Pflegekräfte an etwa 300 Standorten im ganzen Bundesgebiet über das Thema Schmerz. Die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. hat zudem eine umfangreiche Link-Liste mit hilfreichen Tipps und Materialien für Patientinnen und Patienten zusammengestellt.

Am 4. Juni 2019 können Patientinnen und Patienten zudem von 9.00 bis 18.00 Uhr die kostenfreie Telefon-Hotline (0800 18 18 120) anrufen und sich von Schmerz-Expertinnen und – Experten beraten beraten lassen.

Mit einer Pressekonferenz am 4. Juni 2019 wird der Aktionstag in Berlin begleitet.

Vorläufiges Programm:

Neue Konzepte zur Verhinderung chronischer Schmerzen: Das bundesweite Versorgungsforschungsprojekt PAIN2020
Professor Dr. med. Claudia Sommer
Präsidentin der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V., Leitende Oberärztin und Schmerzforscherin an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg

Wenn Schmerz-Patienten aus der Klinik kommen: Defizite beim Entlass-Management
Johanna Knüppel
Pressereferentin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) e.V.

Zwischen Multimorbidität und Polypharmazie: Schmerzmittelgabe im Alter braucht umfassende Beratung
Berend Groeneveld
Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) e.V., Patientenbeauftragter des DAV

Moderation: Thomas Isenberg, Geschäftsführer Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.

Schmerzblogade auf Facebook

Quelle: Fotolia

Auf http://www.facebook.com/schmerzblogade, Fanpage und Newscenter des Blogs schmerzblogade.com, erhältst Du jeden Tag Neuigkeiten über chronische und wiederkehrende Schmerzen.

Meine Quellen sind u.a.

  • aponet.de
  • Ärzte Zeitung
  • Berufsverband Deutscher Anästhesisten
  • Deutsches Ärzteblatt
  • Deutsche Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft
  • Focus
  • Gelbe Liste
  • Gesundheitsstadt Berlin
  • Medical Tribune
  • Medizin Aspekte
  • Pharmazeutische Zeitung
  • Tagesspiegel

Auch Beiträge aus Fernsehsendungen wie z.B.

  • Ernährungs-Docs (NDR)
  • Gesundheit! (BR)
  • Hauptsache Gesund (MDR)
  • rbb Praxis
  • service:gesundheit (HR)
  • Visite (NDR)

finden sich oft auf meiner Facebook-Seite, wenn sie das Thema Schmerz behandeln.

Viel Spaß beim Stöbern!

Es tut so weh!: Lösungen für einen heilsamen Umgang mit chronischem Schmerz

„Es tut so weh!“ von Andreas Jelitto, Quelle: Amazon.de

Rund 15 Millionen Menschen leiden in Deutschland an chronischen Schmerzen. Ihnen will Andreas Jelitto mit dem Sachbuch Es tut so weh! helfen. Der Facharzt für Anästhesie und Chefarzt der Klinik für Schmerztherapie am Krankenhaus Schleiden erläutert anschaulich und verständlich anhand von Fallgeschichten und Beispielen, wie multimodale Schmerztherapie funktioniert.

Wer chronische Schmerzen hat, liegt im Krieg mit seinem Körper. Der Schmerz führt ein Eigenleben, Angehörige sind erheblich eingeschränkt und teuer ist das auch noch alles. Nicht zuletzt macht Schmerz einsam und mitunter mutlos. Andreas Jelitto richtet in seinem Buch für betroffene Laien, Angehörige und Behandler den Fokus auf die Individualität des Schmerzpatienten: Was und wie tut es weh, woran erinnert der Schmerz und wann wird es besser?

Der Autor plädiert für eine biopsychosoziale Skizzierung des Patienten durch den Arzt. Mit Vertrauen und Zeit kann eine stabile Beziehung gelingen. Die aber ist unabdingbar für die Kommunikation, aktives Zuhören oder Methoden wie Wortfeldanalysen. Die multimodale Schmerztherapie berücksichtigt die persönlichen Ressourcen des Patienten, – Schmerzen zu hemmen, das Leben zu genießen – , die man für die Behandlung nutzen kann.

“Es ist schon wichtig, was der Therapeut macht, aber noch viel wichtiger ist, was der Patient tut.”, so Jelitto.

Das Buch bietet neue Sichtweisen auf chronischen Schmerz und zeigt Lösungsansätze zur Heilung auf, die jeweils die Einzigartigkeit des Patienten und seines Leidens berücksichtigen. Durch Empathie und das Schauen aus verschiedenen Richtungen macht der Autor Mut, sich dem Schmerz auf neuer Weise zuzuwenden, um ihn zu lösen.

Autorenkommentar

Andreas Jelitto ist Facharzt für Anästhesie und seit 18 Jahren Chefarzt der Klinik für Schmerztherapie am Krankenhaus Schleiden, Nordrhein-Westfalen. Er vertritt den Ansatz einer multimodalen Schmerztherapie, die nach individuellen und ganzheitlichen Lösungen für den jeweiligen Patienten sucht, und setzt hierfür das gesamte Repertoire der Schmerzmedizin ein.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Andreas Jelitto ist Facharzt für Anästhesie und seit 18 Jahren Chefarzt der Klinik für Schmerztherapie am Krankenhaus Schleiden, Nordrhein-Westfalen. Er vertritt den Ansatz einer multimodalen Schmerztherapie, die nach individuellen und ganzheitlichen Lösungen für den jeweiligen Patienten sucht, und setzt hierfür das gesamte Repertoire der Schmerzmedizin ein.

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Fischer & Gann; Auflage: 1. Auflage 2019 (4. März 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3903072761
  • ISBN-13: 978-3903072763