Ein Kaffee am Abend kann helfen

Quelle: Andreas Liebhart, pixelio.de
Quelle: Andreas Liebhart, pixelio.de

Wenn der Kopfschmerz den Schlaf raubt, können die Ursachen vielfältig sein: Häufig stecken Atemprobleme dahinter, mitunter aber auch recht exotische Phänomene.

Schlafstörungen bei Kopfschmerzpatienten sind keine Seltenheit. Nach epidemiologischen Untersuchungen finden drei von vier Kopfschmerzpatienten keinen erholsamen Schlaf, erläuterte Professor Svenja Happe von der Klinik für Neurologie in Telgte.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Kopfschmerzmedikamente können den Schlaf stören, auch scheinen Patienten mit Kopfschmerzen eine Neigung für bestimmte Schlafstörungen zu haben, sagte die Neurologin bei einer Tagung in Mainz.

Clusterkopfschmerzen treten zu rund 60 Prozent im Schlaf auf

Ein besonderes Problem können auch Kopfschmerzen darstellen, die im Schlaf auftreten. Dies ist sowohl bei Migräne- als auch bei Clusterkopfschmerzen nicht selten der Fall. Clusterkopfschmerzen treten zu rund 60 Prozent im Schlaf auf, bei rund jedem zehnten Patienten sogar ausschließlich im Schlaf, so Happe.

Die Attacken beginnen meist im REM-Schlaf und im vierten Schlafstadium. Bei nächtlichen Clusterkopfschmerzen hätten die Patienten meist auch eine schlafbezogene Atemstörung – allerdings nur bei episodischem Clusterkopfschmerz.

Mindestens zehn nächtliche Attacken pro Monat

Eine Besonderheit sind Kopfschmerzen, die ausschließlich im Schlaf auftreten. Die Neurologin nannte hier vor allem den primären schlafgebundenen Kopfschmerz, der die Betroffenen aus dem Schlaf reißt. Nach dem Aufwachen hält der Schmerz in der Regel mindestens eine Viertelstunde und maximal vier Stunden an.

Erstaunlicherweise scheint Koffein bei einigen Patienten gut prophylaktisch zu wirken: Mit einer Tasse Kaffee am Abend blieben viele die Nacht über schmerzfrei. Auch für NSAR, Lithium (300-600 mg), Indometacin (50-200 mg) sowie Flunarizin (5-10 mg) gebe es Berichte zur Wirksamkeit.Ebenfalls schlafgebunden ist der „turtle headache“.

Hier der Link zum vollständigen Artikel von Thomas Müller, Ärzte Zeitung.

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