Falsche Indikation schafft ungewollte Gefahr

In einem Artikel von Petra Apfel, FOCUS-Online, wird vor dem falschen Gebrauch des Fentanyl-Pflasters gewarnt.

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft habe schon im Frühjahr 2012 darauf hingewiesen, dass Fentanyl-Pflaster nur richtig eingesetzt wirksame und sichere Schmerzmittel seien: nur gegen schwere, kontinuierliche Schmerzen und nur für Patienten, die bereits an andere Opioide gewöhnt seien. Nicht angebracht sei Fentanyl gegen akute Schmerzen (die Wirkung setzt frühestens nach zwölf Stunden ein) und als erstes Opioid-Medikament (Gefahr der Überdosierung). In der Praxis werde der Wirkstoff jedoch überwiegend als Analgetikum der ersten Wahl und als Akut-Schmerzmittel verschrieben.

Hitze, Alkohol und Grapefruit meiden

Auch die Patienten müssten mit den Fentanyl-Pflastern umgehen können: Wärme durch Sonne, Sauna oder Heizdecke, aber auch Fieber erhöhe die Konzentration des Wirkstoffs im Blut, Alkohol verstärke die Wirkung ebenso wie Grapefruit(saft). Darauf wiesen Pharmakologen der amerikanischen Mayo-Klinik hin. Außerdem – eigentlich eine Selbstverständlichkeit – dürften die Pflaster nicht in Kinderhände gelangen. Zumindest in den USA seien mehrere Kinder gestorben, die ein Pflaster entdeckt und verschluckt hatten. Die Wirkstoffkonzentration sei selbst in einem gebrauchten Pflaster noch hoch genug für die tödliche Wirkung.

Ungewollt auf Kinderhaut – Lebensgefahr

2014 warnte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zusammen mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) in einem sogenannten Rote-Hand-Brief erneut vor dem ungewollten Kontakt mit Fentanyl-Pflastern. Es könnten lebensbedrohliche Situationen entstehen, besonders, wenn das Pflaster unbeabsichtigt auf Kinderhaut gerät. Unter ärztlicher Aufsicht dürften schwerkranke Kinder schon ab zwei Jahren das Schmerzpflaster haben.

Wie gefährlich Fentanyl-Pflaster sein können, zeige die lange Liste von Neben- und Wechselwirkungen auf dem Beipackzettel. Aber: Nehmen Arzt und Patient die Warnhinweise ernst, sei das Schmerzmittel zum Kleben eine wirksame und auch sichere Waffe gegen schwere Schmerzen, die rund um die Uhr Linderung benötigen.

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