Es geht ums Geld und die Sicherung der Pfründe

Die Kritik des Berufsverbands der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD) bezüglich der wenig zufriedenstellenden schmerztherapeutischen Versorgung in Deutschland hat am gestrigen Tag hohe Wellen geschlagen. Es geht – wie fast immer – ums Geld. Aber nicht nur Schmerztherapeuten, die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der Krankenkassen sind sich uneins. Auch die verschiedenen schmerzrelevanten Fachgesellschaften

  • BVSD (Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V.)
  • DGS (Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.)
  • DGSS (Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.)
  • IGOST (Interdisziplinäre Gesellschaft für orthopädische/unfallchirurgische und allgemeine Schmerztherapie)
  • DGPSF (Deutsche Gesellschaft für psychologische Schmerztherapie und -forschung e. V.)

kriegen es nicht auf die Reihe die Ausgestaltung eines Facharztes für Schmerztherapie zu erarbeiten und eine flächendeckende Versorgung zu ermöglichen. Übereinstimmend hatten noch 2012 alle schmerzrelevanten Fachgesellschaften in Deutschland im Rahmen einer abgestuften Versorgung einen „Facharzt für Schmerztherapie“ als Querschnittsfach gefordert und sich daran gemacht, die Kompetenzen dieses Facharztes zu definieren.

Ein „Facharzt für Schmerzmedizin“ wäre notwendig, da die ambulante Versorgung mit Bedarfsplanung und Sicherstellung sich ausschließlich an Fachgebietsgrenzen orientiert und damit die Sicherstellung der schmerztherapeutischen Versorgung an das Fachgebiet Schmerzmedizin gekoppelt wäre.

Doch davon ist man inzwischen wieder weit entfernt. Die DGSS hat nach der Aufnahme der DIVS (Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Schmerztherapie, dem Zusammenschluss der einzelnen medizinischen Fachgesellschaften wie z.B. Chirurgie, Innere Medizin, Anästhesie) wieder einen Rückzieher gemacht und beugt sich dem Diktat der einzelnen Fachgesellschaften.

Steht am Ende die Frage, ob sich die Gesellschaften tatsächlich dem Wohl des Patienten verpflichtet fühlen oder ob hier nur die Sicherung der Pfründe von Fachgebieten oder Ambulanzeinrichtungen über der höchsten ärztlichen Maxime stehen.

Anhang:

Fachverbände und Gesellschaften im Schmerzbereich

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s