Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen im Fokus

Erfreulicherweise bereits am zweiten Tag waren Schmerzen im Kindes- und Jugendalter im Fokus eines Lunchseminars des 26. Deutschen interdisziplinären Schmerz- und Palliativkongresses in Frankfurt am Main. Insbesondere Prävention und Therapie von Kopf-, Rücken- und Menstruationsschmerzen bei Jugendlichen sowie die Versorgung jugendlicher Schmerzpatienten standen auf der Tagesordnung. Veranstalter des Symposiums waren die „Initiative Schmerzlos“ zum richtigen Umgang mit Schmerzen bei Jugendlichen sowie das Unternehmen Reckitt Benckiser.

v.l. Prof. Evers, Dr. Pothmann, Dr. Gendolla, Dr. Längler
v.l. Prof. Evers, Dr. Pothmann, Dr. Gendolla, Dr. Längler

Chronische, also langfristig anhaltende Schmerzen nehmen im höheren Lebensalter zu. Aber dass gerade Kopf-, Rücken- und Menstruationsschmerzen bei Jugendlichen einen großen Leidensdruck erzeugen und deren Lebensqualität beeinträchtigen, geht leider häufig unter. Laut Dr. med. Raymund Pothmann, Leiter des Zentrums Integrative Kinderschmerztherapie und Palliativmedizin „Delfin Kids“ und des Kinderhospizes Sternenbrücke in Hamburg, sei etwa jedes sechste Schulkind von Kopfschmerzen betroffen und als beratungs- bzw. behandlungsbedürftig einzustufen. Auch, so Dr. med. Astrid Gendolla, Fachärztin für Neurologie, Spezielle Schmerztherapie und Psychotherapie aus Essen, litten etwa 10 bis 20% aller Jugendlichen an muskuloskelettalen Schmerzen und Studien zufolge zwischen 43 und 91% der heranwachsenden Mädchen unter Menstruationsbeschwerden.

Was also tun? Sowohl in ihren Vorträgen als auch in der Pressekonferenz zum selbigen Thema forderten Pothmann und Gendolla den Ausbau eines altersgerechten Behandlungsangebots – sowohl aus inhaltlicher als auch geografischer Sicht. Weite Teile des Landes, gerade die neuen Bundesländer, seien unterversorgt. „Mit effizienten Maßnahmen lässt sich ein nachhaltiges Ergebnis bei drei von vier Jugendlichen erzielen“, so Pothmann. Auch das Thema Aufklärung kam immer wieder zur Sprache. Aber nicht nur die betroffenen Kinder und Jugendlichen selbst müssten besser aufgeklärt werden, sondern vor allem auch deren Umfeld.

Laut einer Studie von Synovate im Auftrag von Reckitt Benckiser aus dem Jahr 2010 zur Selbstmedikation bei Schmerzen in Europa, sind mehr als die Hälfte aller Deutschen (53%) der Meinung, sie seien gut über den Umgang mit Schmerzen bei Kindern informiert. Prof. Dr. med. Dr. phil. Stefan Evers, Chefarzt der Neurologischen Klinik II im Krankenhaus Lindenbrunn in Coppenbrügge und Generalsekretär der International Headache Society, welcher die Studie vorstellte, zeigten sich deutsche Eltern aber sehr zurückhaltend, wenn es um die Behandlung der Schmerzen ihrer Kinder geht. Seine Forderung: Aufklärung über die gegebene Sicherheit von Schmerzmitteln bei angemessenem Gebrauch.

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