Botox in der Schmerztherapie

Botox in der Schmerztherapie Quelle: Aka, pixelio.de
Botox in der Schmerztherapie
Quelle: Aka, pixelio.de

Bereits vor einigen Jahren habe ich an einer Doppelblindstudie zur Erforschung der Wirksamkeit von Botulinumtoxin bei chronischen Kopfschmerzen teilgenommen. Eine Doppelblindstudie ist eine klinische Studie zur Prüfung spezifischer Arzneimittelwirkungen. Ein Teil der Patienten erhält eine bestimmte Arznei, ein anderer Teil zur Kontrolle ein Scheinmedikament (Placebo). Weder Patient noch Arzt wissen, welcher Patient was bekommt.

Der Name Botulinumtoxin stammt aus dem Lateinischen „botulus“ (Wurst) und „toxin“ (Gift). Von allen bekannten Giften ist Botulinumtoxin das giftigste, gleichzeitig aber auch die wirksamste therapeutische Substanz. Gebildet wird das Toxin von Bakterien (Chlostridien), allerdings nur unter Luftabschluss. Früher fanden diese Bakterien in nicht optimal konservierten Lebensmitteln – vor allem in eingemachten Bohnen oder eben in der Wurst – hervorragende Wachstumsbedingungen. Das führte dann zu einer als Botulismus bezeichneten Lebensmittelvergiftung.

Mit diesem historischen Hintergrund hat das in der Dystonie-Behandlung eingesetzte Botulinumtoxin letztlich nur den Wirkmechanismus gemein: Das Toxin lässt Muskeln für eine bestimmte Zeit erschlaffen. Rückblickend ist es heute für die Patienten, die mit Botulinumtoxin behandelt werden, ein großer Vorteil, dass es zu Botulismus-Erkrankungen überhaupt gekommen ist und mitunter auch noch kommt, denn die erfolgreiche intensivmedizische Behandlung derartiger Vergiftungsopfer hat gezeigt, dass die Substanz zu keinen bleibenden Schäden führt.

Meine Kopfschmerzen sind durch die Injektionstherapie leider nicht verschwunden, was nun einerseits bedeuten kann, dass ich das Placebo bekommen habe oder dass das Botulinumtoxin bei mir schlichtweg nicht gewirkt hat.

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist nun ein Artikel erscheinen, der über die angebliche Wirksamkeit von Botulinumtoxin bei Migräne berichtet. In Amerika ist das als Antifaltenmittel bekannt gewordene Botox ein Renner. In Europa ist die Skepsis größer: „Wir müssen die Frauen erziehen“, sagt der Europachef des Herstellers…

Hier der Link zum Artikel „Botox für Deutschland“ von Lisa Nienhaus.

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